Montag, 3. Dezember 2012

A never ending Story – Kapitel 8

Fehler über Fehler
Noch bevor einer der Beiden etwas sagen konnte, wurde der Schlüssel im Schloss
gedreht und die Tür aufgesperrt. „So ich hoffe ihr habt euch gut
unterhalten!“, ertönte Juanitas Stimme und schon war Lan aufgesprungen.
„Ich muss nach Hause!“, murmelte er hastig und rannte förmlich aus dem
Zimmer. Miquel sah ihm nach und verzog leicht das Gesicht. Unwissenheit machte
sich in diesem Breit. Wie sollte er denn das jetzt deuten?


Miquel machte sich am nächsten Tag auf den Weg zur Schule. Der Kuss war ihm die
ganze Zeit nicht aus dem Kopf gegangen geschweige denn, dass Lan es war. Er
verstand das nicht, warum hatte er ihn geküsst? Und noch weniger warum war er
danach weg gerannt? Empfand der doch etwas für den Marquez? Miquel wollte
hoffen, doch verbot er sich gleich wieder selbst. Er wollte sich nicht gleich
wieder verrennen. „Morgen, mi Corazón!“, hauchte Camilo und holte Miquel
damit aus seinen Gedanken. „Morgen.“ - „Du hast geantwortet!“, sprach
der Schwarzhaarige überschwänglich und schlag seine Arme um Miquels Hals.
Verwirrt blickte dieser seinen Cousin an. „Was ist daran jetzt so
wunderbar?!“, fragte er irritiert und musterte den Jüngeren, der noch immer
an seinem Hals hing. „Das hast du die letzten Tage nicht getan!“ Er löste
sich von Miquel und musterte ihn genau. Irgendwas war anders. Miquel wirkte
irgendwie sehr verträumt. „Erinnerst du dich dran, dass ich in fünf Tagen
Geburtstag hab?“ - „Wage.. ist denn schon wieder September?“ - „Ja..“,
murrte der Jüngere Marquez und sah Miquel etwas beleidigt an. Er hatte die
ganze Zeit nur Lan im Kopf! So das er sogar seinen Geburtstag zu vergessen
schien! „Was ist mit deinen Geburtstag?!“ - „Du kommst doch zu mir zum
feiern oder?!“, fragte er den Blonden, der nickte. „Klar doch.
Ehrensache!“ - „Toll!“ Wieder fiel Camilo dem Blondschopf um den Hals.
Miquel würde zu seinem Geburtstag kommen, also würde alles so ablaufen wie er
sich das vorgestellt hatte! Perfekt!
Es läutete zum Unterricht und die Beiden machten sich auf den Weg zur Klasse.
Beide saßen am Fenster und da sie eh nur Mathematik hatten und sah Miquel
gelangweilt aus diesem. Er verstand eh nichts also warum sollte er aufpassen?
Als Schauspieler musste er keine Rechenaufgaben rechnen! Die Klasse seiner
Schwester und Lan hatten gerade Sport und der Blonde konnte sie von seinem Platz
aus gut sehen. Er musterte den Rotschopf. Er wollte mit ihm reden, doch er
konnte ja jetzt schlecht laut über den gesamten Sportplatz schreien. Lan würde
aber sicherlich wieder mit zu ihnen nach Hause kommen und da gab bestimmt eine
Gelegenheit für die Beiden zu reden.
Der Schultag zog sich so hin und Lan hatte gut damit zu tun sich vor Miquel zu
verstecken. Mal sprang er plötzlich in irgendeinen Klassenraum, in der Mensa
versteckte er sich unter dem Tisch und dann verkroch sich in seinem Spint.
„Was ist eigentlich dein Problem?!“, fragte Bella, die von dem Rotschopf die
ganze Zeit genötigt wurde sich mit zu verstecken. „Was hast du zu Miquel
gesagt, dass du dich so vor ihm versteckst?“ - „Nichts!“, log der Jüngere
und sah die Spanierin an. „Glaub ich dir nicht.“ - „Es ist nichts!“,
fauchte er Isabella an und murrte. Er konnte ihr das nicht erzählen. Er konnte
ihr nicht erzählen warum er sich versteckt, dass ging nicht. Irgendwie hatte er
im Gefühl, dass sie sauer werden könnte. Vielleicht lag es auch einfach daran,
dass er sich die ganze Sache selbst nicht erklären konnte! Es musste einen Weg
geben Miquel und vor allem sich selbst davon zu überzeugen, dass dieser Kuss
nichts zu bedeuten hatte. Doch Lan wusste nicht wie er das anstellen sollte. Er
überlegte, während Isabellas Worte an ihm abprallten. Irgendwie musste er das
doch klären können. Da hatte er eine Idee. Das würde sogar funktionieren! Er
wusste nur noch nicht wie genau er es anstellte. Doch es war auf jeden Fall wo
die beste Lösung von allen.
Am nächsten Tag, Lan hatte sich bis dahin erfolgreich darum gedrückt Miquel zu
begegnen, es war ein Freitag, machte sich Lan zusammen mit Isabella zu ihr nach
Hause auf. Soweit er wusste war Miquel auch da und er hatte Camilo bei sich, was
noch besser war. Sie betraten die Wohnung und aus dem Wohnzimmer ertönten die
Geräusche des Fernsehers und Miquels Lachen. Isabella verschwand beim Essen in
der Küche und der Jüngste machte sich zum Weg ins Wohnzimmer. Im Fernsehen
lief diese komische Sendung,  die irgendwie keiner außer Enrique lustig fand
und so wie es aussah, hatte Miquel genau denselben verkappten Humor.
Camilo saß neben Miquel und lächelte ihn an. Er fand die Serie nicht witzig,
aber er sah sie sich mit Miquel an, weil er wusste wie sehr er sie liebte.
Außerdem hatte der Blonde mit ihm auch schon so manchen Film gesehen, den er
sich sonst in einer Million Jahren nicht hätte angesehen. Also war das schon
okay. Der Schwarzhaarige musterte seinen Cousin. Er wusste noch nichts von dem
Plänen für seinen Geburtstag und Camilo wusste noch nicht wie er ihn davon
sollte überzeugen. Es waren nur noch vier Tage bis dorthin und er wollte den
Blonden unbedingt.
Angewidert von Camilos Blick räusperte sich Lan und trat näher zur Couch.
Miquel sah und sprang sofort auf als der Lan erblickt. „Hey..!“, sagte er
und lächelte den Rotschopf an. Dieser hatte gerade wieder den Drang weg zu
rennen. Doch er musste das jetzt durchziehen. Nicht das Miquel sich irgendwelche
Hoffnungen machte. „Hör zu...“, Lan sah sich um, dass Isabella ja auch in
der Küche blieb und wand sich zu Miquel. „Der Kuss hat nichts zu bedeuten.
Mir war danach, mehr nicht! Ich küsse viele Leute!“ Zur Untermalung seiner
Worte ging er zur Couch, beugte sich darüber und legte seine Lippen auf die von
Camilo, der ihn geschockt zurück schob. „Bääh, spinnst du, Smith?!“,
fauchte dieser und wischte angewidert über die Lippen. Also von Lan wollte er
nun wahrlich nicht geküsst werden. Dieser wand sich unterdessen wieder Miquel
zu. „Siehst du... es hat...“ Lan schluckte. Er hatte Miquel in die Augen
gesehen und sein Blick bereitete ihm Schmerzen. Er konnte erkennen, wie sehr der
Spanier mit sich kämpfte. Sehen wie jegliche Hoffnung, die in ihm auf gekeimt
war unter sehr viel Schutt vergraben wurde. „...hatte nichts zu
bedeuten...“, murmelte Lan und wollte nur noch aus dem Zimmer raus. Er wollte
nicht sehen wie Miquel litt, irgendwie brach es ihm das Herz. Das war doch
verrückt! Mit gesenkten Blick ging er zur Tür, wo er gegen jemand stieß, es
war Enrique. Dessen Blick schien alles andere als erfreut. Doch bevor er ihn
anfahren konnte hatte Lan sich auf die Zehenspitzen gestellt und auch den
Ältesten anwesenden Marquez geküsst. „Eins muss ich dieser Familie lassen..
die Lippen sind von euch allen wunderschön!“, mit gesenkten Blick war er aus
dem Wohnzimmer, schnappte Bella am Arm und verließ mit ihr die Wohnung. Er
beeilte sich so sehr, dass sie beide sich nicht einmal Schuhe anzogen.
„Miquel...“, Enrique wand sich zu seinen Bruder, dessen Blick leer zu Boden
ging. Es dauerte einen Moment, bevor er zu lachen anfing. „Hey, wir haben alle
was gemeinsam!“, sprach er und lachte herzhaft auf. „Camilo.. kommst du?“,
fragte er und ging an seinen Bruder vorbei, ohne ihn noch einmal anzusehen,
Camilo war ihm dicht auf den Fersen. Enrique seufzte. Also eins musste er seinen
Bruder lassen, Talent zum Schauspielern hatte er und wäre in seinen Augen
nicht diese leere gewesen hätte er es ihm auch abgekauft. Der Marquez war
geneigt Lan nach zugehen und ihn zur Rede zu stellen. Er wusste, dass es nicht
das erste Mal war das Lan seine Spielchen mit Miquel trieb, doch eigentlich
hatte er gedacht, nach der ganzen Mitch-Geschichte – gut das Isabella so ein
Plappermaul war – hätte sich das gelegt, doch dem schien nicht so. Enrique
hoffte nur, dass Miquel jetzt nicht noch in ein tieferes Loch fallen würde, wie
das in dem er die letzte Woche gesteckt hatte. Dabei hatte er so gehofft, es
würde sich jetzt besser nach dem Miquel gestern Abend plötzlich so unbeschwert
zu sein schien. Doch irgendwie bezweifelte er es im Moment.
Camilo strich Miquel durchs Haar, der neben ihm im Bett lag und eingeschlafen
war. So einen Gefühlsausbruch hatte er bei ihm lang nicht mehr erlebt. Nach dem
die Tür im Schloss war hatte er den Schwarzhaarigen angefahren er sollte
abschließen und anschließend mit der Faust den Fernseher zerdeppert.
Natürlich hatte er sich dabei die Hand mit Scherben bespickt und eins, zwei
Stellen hatte er sogar leichte Verbrennungen, nur gut, dass Camilo geschallten
und den gleich den Stecker gezogen hatte, sonst hätte der Blonde sich
wahrscheinlich noch einen heftigen Stromschlag geholt! Nachdem er dann noch das
Bücherregal zerlegt hatte, hatte Camilo es geschafft ihn etwas zu beruhigen und
schließlich dafür zu sorgen ihm die Glassplitter aus der Hand zu ziehen. So am
Ende hatte er Miquel das letzte Mal erlebt als sie Beide noch fast Kinder und
gerade mal dreizehn Jahre alt waren. Miquel hatte damals herausgefunden, was
sein Freund hinter seinem Rücken so trieb und war auch vollkommen aus gerastet.
Camilo hatte Miquel dann angefangen zu kraulen, immerhin war der Spanier
verdammt verschmust und schließlich hatte er es dann geschafft, dass er über
seinen Ärger hinweg eingeschlafen war. Vielleicht lag es auch einfach daran,
dass er die letzten Tage wohl so gut wie nicht geschlafen und das Kraulen ihn
jetzt so sehr entspannt hatte.
Die nächsten Tage hatte Miquel sich bei Camilo einquartiert, so fiel es weniger
auf, dass die beiden in der Schule fehlten und das Enrique ihnen geholfen hatte
und eine Entschuldigung in Manuels und dessen Bruders Namen in der Schule
eingereicht hatte. Camilos Eltern arbeiteten so oder so im Schichtbetrieb und
waren dadurch die meiste Zeit über nicht zu Hause. Der Einzige der ihnen
vielleicht gefährlich hätte werden können war Camilos älterer Bruder Carloz,
doch der interessierte sich eh nicht dafür, was sein Bruder und sein Cousin so
trieben. Also hatten die Beiden sich bei Kuchen und anderen Leckereien in
Camilos Zimmer verschanzt und sahen sich eine DVD nach der anderen an.
Miquels Herz war gebrochen, daran gab es keinen Zweifel und genauso wenige
daran, dass der Blonde immer wieder an Lan dachte. Dauernd spukte der Rotschopf
in seinen Gedanken herum. Miquel glaubte noch irgendwann durchzudrehen. So
starke Gefühle hatte er bis jetzt noch für keinen Menschen gehegt.  Er hatte
gehofft dieses Mal vielleicht damit anschließen zu können jetzt nach dem er so
gleich noch eine weitere hatte rein gewürgt bekommen, doch es ging einfach
nicht! Er fühlte sich machtlos gegen diese Gefühle. Dieses Verlangen nach Lan.
Also versuchte er etwas, was er eigentlich nicht in Betracht gezogen hatte bis
jetzt und es auch eigentlich nie wollte. Ablenkung. Miquel merkte aber das es
für ihn sehr schwer war über seinen eigenen Schatten diesbezüglich zu
springen, doch er musste es tun um nicht für immer Lan nach zu trauern, jemand
den er nicht einmal wirklich gehabt hatte.
Schließlich war der vierzehnte September, Camilos Geburtstag gekommen. Miquel
war früh aufgestanden und hatte seinem Cousin Frühstück bereitet, mit dem er
diesen überraschen wollte. Vielleicht war es falsch gerade an diesem Tag seine
Ablenkung zu vollenden, doch er war sich sicher Camilo würde es als Geschenk
ansehen. Er ging zum Zimmer seines Cousins, in dem er die letzten Nächte auch
verbracht hatte, und setzte sich auf die Bettkante. Das Tablett mit dem
Frühstück stellte er auf den Nachtschrank. Er musterte Camilo. Den Mund
aufgerissen, schnarchend und immer noch in der Position in der er die Nacht an
Miquel geklammert verbracht hatte. Ja, der Schwarzhaarige war nachts eine
verdammte Klette. Wie Miquel es schaffte in der Nacht nicht von ihm erwürgt zu
werden und überhaupt schlafen konnte war ihm jeden Morgen an dem er neben
Camilo aufwachte ein Rätsel. Wahrscheinlich war es einfach nur pure Übung!
Sanft strich der dem Geburtstagskind über die Wange und hauchte mit seiner
herben, aber melodischen Stimme: „Aufstehen.“ Camilo murrte und drehte sich
in Richtung Miquel. Ein weiteres Phänomen, was er bei dem Jüngeren beobachtete
hatte, sobald er allein im Bett lag war er unglaublich leicht zu wecken.
„Miquel. Lass mich schlafen!“, murrte er auf Spanisch und der Blonde
lächelte. „Aber, aber wer wird den seinen Sweet Sixteen verschlafen
wollen?“ Camilo schlug die Augen auf und musterte den anderen. „Gibt's
Frühstück?!“ - „Steht hier!“ Der Schwarzhaarige richtete sich auf und
musterte es. „Feliz cumpleaños.“, hauchte er dem Geburtstagskind zu und
beugte sich zu ihm. Zögernd legte Miquel seine Lippen auf die seinen
überrumpelten Cousins.
Miquel küsste ihn? Freiwillig? Das hatte Camilo nicht erwartet, er hatte
gedacht er müsse mehr Überzeugungsarbeit leisten! Sofort nahm er den Kuss auf
und zog den Blonden näher zu sich. Das war die perfekte Geburtstagseröffnung.
So hatte er sich das vorgestellt. Der Jüngere lehnte sich zurück aufs Bett und
zog seinen Cousin über sich. Miquel folgte ihm. Auch wenn der Schwarzhaarige
merkte, dass der andere sich sehr zögernd verhielt störte ihn das nicht
sonderlich. Er konnte sich ja vorstellen, dass nach der ganzen Sache mit Lan das
für Miquel etwas schwer war, auch wenn er mit dem Rotschopf nie etwas gehabt
hatte. Aber wer kennt es denn nicht unglücklich verliebt zu sein? Doch Camilo
wollte nicht an Lan denken und schon gar nicht in so einen Moment. Letztlich
hatte er doch gegenüber den Rotschopf gewonnen und Miquel war wieder Seins.
Zwar war er, wie zu erwarten, verletzt wurden, doch anderes war es wohl nicht
möglich gewesen, dass er begriff, dass Lan einfach pures Gift für ihn war.
Erfolgreich hatte Camilo es geschafft Miquel sprichwörtlich bei der Stange zu
halten. Mit sündigem Blick saß er auf den Hüften des Blonden und bewegte
seinen Po rhythmisch auf ihn. Immer wieder verließ ein Stöhnen seine Kehle. Er
wusste wie sehr der Ältere diese Stellung liebte, also hielt er sie für den
Anfang einfach für das Beste. Auch Miquel stöhnte immer wieder auf. Er hatte
die Augen geschlossen und die Hände an den Hüften Camilos. Seine Finger
krallten sich leicht in die verschwitzte Haut. Doch anders als er erhofft hatte,
lenkte ihn das ganze kein Stück von Lan ab im Gegenteil der Rotschopf war vor
seinem inneren Auge noch präsenter als zuvor. Er versuchte diese Bild zu
überblenden los zu werden, doch es gelang ihm einfach nicht und schließlich
passierte das Unvermeidliche: „Lan...“, er stöhnte seinen Namen.
Camilo hielt sofort in der Bewegung inne und ohrfeigte Miquel. „DAS IST NICHT
DEIN ERNST?“, schrie er ihn an und stieg sogleich von ihm herunter. „HAU AB!
LOS!“ - „Ich...“ - „HAU AB!“ Miquel fuhr sich durch das blonde Haar
und erhob sich vom Bett. Er stieg in seine Sachen und schnappte seine Tasche.
„Tut mir Leid!“, sprach er, doch bekam von Camilo nur dessen Mittelfinger
als Antwort. Der Blonde verließ das Haus seines Onkels und lief die Straße
entlang. Er konnte verstehen, dass sein Cousin sauer war. Zum einen war sein
Geburtstag und zum anderen hatte er Lans Namen gestöhnt. Miquel ließ sich auf
den Bordstein nieder und richtete sein Blick zum Himmel. Jetzt hatte er nicht
nur Herzschmerz wegen eines Jungen, den er nie kriegen würde, nein, er hatte es
sich auch mit seinen besten Freund versaut. Perfekt.
Lan hatte die letzten Tage alles anderes als gut verbracht. Nach dem er einmal
durch die Reihe weg die Jungs der Familie Marquez geküsst hatte, hatte er sich
mit Bella gestritten, die zu ihm sagte, dass er das aufklären sollte, nach dem
er ihr alles erklärt hatte. Aber das war nicht der Grund weswegen er sie
letztlich angeschrien hatte und war nach Hause gelaufen. Es war weil sie gefragt
hatte ob er sich nicht vielleicht in Miquel verliebt hatte. Das war riesen
großer Schwachsinn! Er konnte Miquel so halbwegs leiden, doch deswegen war er
nicht in ihn verliebt. Der Kuss hatte nichts zu bedeuten! Soviel war für ihn
klar.
Zwar hatten er und Isabella sich am nächsten Tag wieder zusammen gerauft, doch
weiter über das Thema wollte er mit ihr auch nicht diskutieren.  Miquel hatte
seit dem auch nicht mehr gesehen. Dessen Schwester hatte ihm aber gesagt, dass
er sich bei Camilo verschanzt hatte. Lan hatte schwach lächeln müssen, als er
das gehört hatte. Irgendwie versetzte ihn die ganze Geschichte einen Stich,
doch zugleich hoffte er, dass es Miquel vielleicht über ihn hinweg bringen
würde. Sicherlich wären die Beiden gute Kumpels unter anderen Umständen
geworden. Zumindest redete sich Lan das ein.
Weil er sich einfach nicht mehr konzentrieren konnte hatte Lan beschlossen die
Schule zu schwänzen. Er war auf dem Heimweg. Seine Mutter würde jetzt in der
Kanzlei sein – sie war die beste Rechtsanwältin der Gegend – und sein Vater
war um diese Uhrzeit immer im Krankenhaus, wo er leitender Chefarzt war. Wäre
dann nur noch seine Schwester und ihr Verlobter, doch der war sicherlich damit
beschäftigt Lan Vater in den Allerwertesten zu kriechen und Jewels, Lans
Schwester, war hoffentlich im College. Also hieß das für ihn Sturmfrei!
Also lief Lan die Straße entlang, als er vor sich einen bekannten blonden
Haarschopf entdeckte. Es konnte nur Enrique oder Miquel sein, doch so tief wie
die Hosen auf den Hüften des Blonden saßen war es eindeutig Miquel. Er wusste
nicht warum dieser seine Hosen so tief trug, Lan wusste nur, dass es ihm gefiel.
Er war versucht zu dem Blonden aufzuschließen, doch trauen tat er sich nicht.
Was wenn er ihn ignorieren würde? Lan würde es verstehen.
Doch schon sah er wie Miquel sich auf den Bordstein setzte. Der Rotschopf nahm
seinen ganzen Mut zusammen, lief auf den Blonden zu und blieb neben ihm stehen.
„Hey...“, flüsterte er und hoffte Miquel würde ihn nicht ignorieren.
Miquel hörte eine ihm vertraute Stimme. Zögernd hob er den Kopf und blickte
nach Oben. Die Sonne blendete ihn weswegen er die Hand heben und seine Augen
schützen musste um überhaupt etwas zu erkennen. Ohne Zweifel, das neben ihm
war Lan Smith. Der Junge, der sein Herz geraubt hatte und es noch immer bei sich
trug.

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