Montag, 3. Dezember 2012

A never ending Story – Kapitel 11

New York, New York
Bei sich immer weiter ausbreitender Dunkelheit fuhr Miquel schließlich auf
einen Rastplatz auf. Sein Magen knurrte seit einer Stunde unerbittlich und er
musste auf die Toilette. Das mit dem Essen wäre ja eigentlich nicht das Problem
gewesen, hätte Lan, der seit einer Weile einen ruhigen Verdauungsschlaf hielt,
nicht den ganzen Proviant sich selbst einverleibt. Der Blonde stellte den Motor
ab und sah nach drüben auf Lan. Dieser saß in seinem Sitz, war noch
angeschnallt und schlief - wie schon erwähnt - ganz ruhig. Auch wenn Miquels
Magen vor Hunger schon schmerzte, sah er weiterhin auf Lan.

Es war wie Mimik des
Jüngeren, die ihn faszinierte. Der leicht geöffnete Mund, dessen Lippen sanft
bei jedem Atemzug zitterten, während ein leises Schnarchen seine Kehle
verließ. Lans Wimpern, die zärtlich seinen leicht geröteten Wangen
berührten. Der Spanier fragte sich was Lan wohl träumte, wenn er ihm sogar die
Röte ins Gesicht trieb.
Ein trauriges Lächeln zierte die Lippen Miquels und es beugte sich näher an
Lan um ihn besser betrachten zu können. Wie gern wäre es der Grund, der Lan
die Röte ins Gesicht zauberte. Hörbar schluckte Miquel und begab sich zurück
in seinen Ausgangsposition. Seine Kehle schnürte sich immer weiter zu, je mehr
Zeit er mit Lan als 'Freund' verbrachte. Doch er hatte es sich doch selbst so
eingebrockt, also gab es jetzt keinen Grund um sich zu beschweren, doch das war
leichter gesagt, als getan. Immerhin ließ dieses hübsche Geschöpf Miquels
Herz allein schon durch seine Anwesenheit höher schlagen. Der Blonde seufzte
leise und legte seinen Kopf in den Nacken. Er war ein hoffnungsloser Fall.
Hoffentlich machte er in den nächsten Stunden nichts Dummes!
"Sind wir etwa schon da?", gähnte Lan und rutschte nach oben, bis er wieder
richtig saß und sich schließlich genüsslich streckte. Für einen Moment
verfiel Miquel in eine Art Starre, doch sie löste sich wieder, als ihm einfiel,
dass Lan ja wusste das es bei ihm war. "Nein... Wir sind vor Toledo" - "Wir sind
in Ohio? Und es gab keine Probleme an den Staatsgrenzen?" - "Und nochmal: nein!
Warum sollte es Probleme gegeben haben?" - "Nur so kann ja sein! Essen wir was!
ich hab riesen Kohldampf!" Schon war Lan aus dem Wagen gesprungen und auf dem
Weg zur Raststätte. Verdutzt folgte der Blonde dem Jüngeren, nachdem er das
Auto um die drei Mal auf- und wieder zugeschlossen hatte um sicher zu gehen das
es auch wirklich zu war und er beruhigt sein konnte, dass man es ihm nicht
stahl. Trotzdem fragte er sich wirklich wie Lan nur schon wieder Hunger haben
konnte? Wie konnte man so viel in sich nur herein stopfen und dabei diese Figur
behalten? Er verstand es wirklich nicht, aber vielleicht musste er das auch
nicht verstehen.
"Ich dachte du willst da draußen übernachten!", lachte der Rotschopf und
deutete Miquel sich zu setzen. "Ich hab dir gleich was mitbestellt! Sag brav
danke!" Breit grinsend sah der Smith auf den Blonden, der sich bedankte und
anschließend erstmal setzte.  Miquels Blick glitt unruhig nach draußen. Er
hatte nicht unbedingt ein glückliches Händchen was er und Autos anging, doch
er war sich nicht sicher, ob er das Lan gegenüber erwähnen sollte oder nicht,
weswegen er etwas unruhig wirkte. Lan blieb das natürlich nicht unbemerkt und
langsam kippte er seinen Kopf zur Seite, weswegen ihn eine Strähne mitten in
das Gesicht glitt. Sie kitzelte sanft seine Nase, doch es brachte Lan dazu seine
Nase zu rümpfen und die Hand zu heben und sich wie eine Katze wirkend an der
Nase zu kratzen.
„Ich hätte jetzt eher eine fuchsartige Geste erwartet.“, platzte es aus dem
Blonden heraus, der gerade an seinem Wasser hatte nippen wollen um die
Nervosität etwas zu überspielen, dann aber von Lans Geste zum stoppen
gebraucht wurde. „Fuchs.. artig?“, fragte Lan stockend nach und musterte
Miquel aufmerksam. Wie kam er jetzt auf Fuchs? Irgendwie verstand er das nicht.
Der Marquez lächelte sanft und stellte sein Wasser wieder ab, es war schon
gebracht wurden bevor Miquel sich an den Tisch gesetzt hatte. Er drehte das Glas
so, dass er beim Nehmen an derselben Stelle wieder ansetzen konnte, die eben
schon seine Lippen berührt hatte und sah einen kleinen Moment zu, wie das
Wasser sich in dem Behältnis bewegte. Dann hob er seinen Blick und sah Lan in
die Augen. „Es ist mir vor einer Weile aufgefallen... du weißt ja.. ich hab
mich eine Weile mit dir beschäftigt.“ Seine Stimme zitterte für den
Bruchteil einer Sekunde, doch Miquel fing sich sofort wieder und ließ keine
unangebrachte Trauer in seiner Stimme aufsteigen. Nur weil er unglücklich in
Lan verliebt war und dieser nur mit ihm befreundet sein wollte, musste er Lan
doch nicht auch noch damit dauernd in den Ohren liegen. Irgendwann würde er
sich fangen und konnte Lan das bieten was er wollte. Miquel hoffte nur stark,
dass Lan nicht die Person gewesen war für den seine Gefühle niemals absterben
würden, weil er ihn wirklich aufrichtig liebte. Derjenige für den sich seine
Gefühle auch nicht ändern würden, selbst wenn sie sich Jahrelang nicht
gesehen hatten. Einfach derjenige, den er immer bedingungslos lieben würde.
Für einen Moment färbten sich auch Miquels weitere Mimiken mit Trauer.
Hoffentlich war er einfach nur ein bisschen viel in Lan verknallt, dass würde
ihn auf Jahre gesehen sonst unglaublich kaputt machen.
„Und...“; begann er nach einer wirklich kurzen Pause, die man nicht einmal
wirklich wahrnahm, „mir ist aufgefallen und das nicht nur wegen deinen
Haaren.. am Anfang dachte ich es wäre wirklich wegen deinen Haaren, dass du
mich an einen Fuchs erinnerst. Doch ich habe eine Zeit darüber nachgedacht und
festgestellt.. es sind nicht deine Haare, die mich an einen Fuchs erinnern vor
allem sind es aber deine Augen.. deswegen Fuchsartig... und.. deswegen habe ich
ab und an den Drang dich Zorro zu nennen.“ - „Zorro? Sehe ich aus wie ein
komischer Spanier mit Maske und Umhang?“ - „Das mit komischer Spanier nehme
ich dir übel...“; sprach Miquel, lächelte ihn aber an. „Nein, ich meinte
mit Zorro Fuchs.. das ist spanisch für Fuchs.“ - „Oh..“ Lan sah auf
Miquel. Dieses Lächeln irgendwie wirkte es traurig. Miquel wirkte allgemein
traurig. War es wegen dem was er sagte? Machte Miquel das traurig? Lan konnte es
nicht sagen. Natürlich wusste er von Miquels Gefühlen, er wusste schon eine
Weile davon und Miquel selbst hatte sie ihm offenbart. Desto mehr hatte es ihn
auch überrascht gehabt, dass Miquel sich wirklich auf die Freundenummer
eingelassen hatte. Hatte er doch nicht die Gefühle für ihn, die er behauptete
zu haben oder war es für den Spanier die einzige Möglichkeit wirklich Zeit mit
dem Objekt seiner Begierde zu haben? Lan wusste es wirklich nicht und er wollte
auch nicht Fragen, auch wenn die Worte dazu schon auf seiner Zunge lagen,
entschied er sich dazu sie runter zu schlucken und es nicht zu erwähnen.
Vielleicht war es Miquels Blick, der ihn abschreckte. Er wollte ihn nicht noch
trauriger erleben. „Ich.. finde das ist ein sehr süßer Vergleich.“,
flüsterte der Rothaarige und senkte für einen Moment seinen Blick, doch dann
kam auch schon die Bedienung, die er ansah und sich für das Essen bedankte.
Der Blonde erwiderte nichts darauf, er hatte Lan durch die dumme Bedienung eh
kaum verstanden. Auch er bedankte sich für das Essen, bevor er es musterte. Lan
hatte ja eine Menge bestellt. Wollte er das wirklich alles Essen? Davon würde
er doch Bauchweh bekommen!
Das Essen verlief, zumindest von seiner Seite aus, recht schweigsam, Lan war es,
der die ganze Zeit über plapperte. Er sagte Miquel was er alles in New York
sehen wollte und das er das mit ihm sich unbedingt ansehen musste. Miquel
lächelte immer nur und nickte. Als die Rechnung kam bestand der Jüngere
darauf, dass er bezahlte und schob Miquel zum Auto. Erleichtert atmete dieser
aus, als er sah, dass es noch stand wo er es abgestellt hatte. Er hatte wirklich
ein kleines Problem was Autos anging und hoffte, dass er in New York weiterhin
so ein Glück hatte. Sie stiegen in den Impala, was wirklich ein wunderschönes
Auto war und Miquel musterte Lan noch einmal kurz bevor er sich angurtete und
den Schlüssel in das Zündschloss steckte. Bis jetzt war doch alles gut
verlaufen, hoffentlich blieb es dabei. Das Radio stellte sich automatisch an und
es spielte der Sender, den Lan eingestellt hatte, als sie in Joliet losgefahren
waren. Miquel war eh überrascht, dass er ihn sogar hier noch empfangen konnte.
Er kannte es nur so, zumindest war es in seiner Heimat so, je weiter man sich
von seinem Ausgangsort entfernte, desto schlechter war der Radioempfang und
irgendwann war der Sender komplett weg. Nun ja jedenfalls erklang die Stimme von
Ville Valo, dem Sänger von HIM, der sang: „I'm waiting for you to drown in my
love so open your arms...“ Miquel schluckte. Zwar wollte er nicht, dass Lan in
seiner Liebe zu ihm ertrank doch bis auf vielleicht dieses eine Wort passte es
einfach nur auf das was Miquel gerade fühlte, wobei er wohl eher derjenige war,
der in der Liebe zu Lan langsam ertrank. Sofort streckte Miquel die Hand nach
dem Radio aus und stellte einen anderen Sender ein. Lan legte den Kopf schief,
als er das sah und hörte, wie der Sender verstellt wurde. Er hatte nicht so auf
den Text geachtet wie Miquel. „Ich mag das Lied...“, sprach er und musterte
den Blonden. Dieser schüttelte nur kurz den Kopf. „Ich kann es nicht mehr
hören... I..Isabella hat es eine Zeit lang rauf und runter gespielt!“ Er log.
Er wusste, dass seine Schwester diese Art von Musik nicht besonders mochte, doch
er wollte nicht weiter darauf eingehen. „Komisch.. ich dachte immer sie mag so
etwas nicht.“ - „Jetzt.. weißt du warum!“ Spätestens wenn er Bella
danach fragen würde, würde Lan klar sein, dass Miquel ihn angelogen hatte in
diesem Punkt, aber dieser hoffte einfach nur, dass der Jüngere das wieder
vergaß bis er mit Isabella sprach. Die Unterhaltung war damit beendet und sie
setzen ihren Weg fort.
Nach weiteren Stunden waren sie endlich in New York.  Sie hatten zwischen drin
noch eins, zwei Pausen gemacht, dass Miquel sich etwas ausruhen konnte, wenn
auch nicht lange, denn immerhin waren so 15 Stunden auf den Verkehr
konzentrieren wirklich eine Menge an Zeit und eine wirkliche Anstrengung. Es war
um neun, als sie an genau der Stelle waren, an der Miquel sein
Vorstellungsgespräch bei der Schule hatte. Eine Stunde später als geplant,
doch immer noch eine Stunde Zeit bis es soweit war. Miquel wurde von Minute zu
Minute nervöser. Er wusste ja was er drauf hatte, doch ob das reichen würde
war eine andere Sache. Er parkte mit Lan den Wagen und passte wirklich gut auf,
dass er auch fest verschlossen war. „Was machst du nur immer für ein
Theater?“ - „Ich will nicht, dass man ihn uns klaut, nur weil ich vergesse
vielleicht den Kofferraum nicht zu zuschließen!“ Sicherheitshalber probierte
er auch noch einmal, dass auch der verschlossen war und atmete erleichtert aus.
Perfekt. „Ich hab die so einen Kontrollzwang gar nicht zugetraut...“ - „Ich
habe auch eigentlich keinen.. nur.. es ist nicht mein Auto...“ 
Der Blonde lief auf Lan zu und hätte beinah einen Arm um ihn gelegt, doch
merkte es noch rechtzeitig um sich selbst daran zu hindern. Sie hatten jetzt die
ganzen Stunden miteinander verbracht und auch wenn Miquel die meiste Zeit sich
auf das Fahren hatte konzentrieren müssen fühlte er sich Lan trotzdem auf eine
gewisse Art und Weise näher als zuvor. Er verstand es nicht. Irgendwie war es
seltsam. 
Miquel und Lan gingen über die Straße und in die Schule. Sie hatten noch etwas
viel Zeit und so konnten sie sich wenigstens etwas umsehen. Alles war so
aufregend für Miquel, aber auch für Lan. Irgendwie gefiel ihm das alles hier
recht gut. Aber vielleicht lag es auch nur daran, dass er hauptsächlich Joliet
gewöhnt war. Klar war er schon in Chicago gewesen immerhin arbeitete sein Vater
dort im Krankenhaus als Chefarzt und auch die Kanzlei seiner Mutter war da,
hatte er schon mal erwähnt, dass er Geld wie Heu hatte? Nein, aber vielleicht
merkte man es ja. Jedenfalls war New York für ihn irgendwie eine ganz andere
Liga. Der Big Apple wirkte auf den Teenager so unglaublich faszinierend.
Sie vertrödelten in die Stunde in der Schule und Miquel, der seine Unterlagen
bis jetzt hinten in der Hosentasche gehabt hatte, holte sie hervor, als er
aufgerufen wurde und ging in einen Raum. Lan musste draußen warten, was er
wirklich schade fand. Immerhin wollte er doch unbedingt sehen wie Miquel so
war.
Durch seine Neugier angetrieben öffnete er die Tür einen kleinen Spalt und
linste hinein. Er wollte den Blonden sehen. Er beobachtete ihn dabei, was er mit
den Leuten sprach, als er sich vorstellte und irgendwie verstand er es nicht.
Miquel war gerade dabei seinen großen Traum ein riesen Stück näher zu kommen
und doch sah er aus, wie als würde er auf der Stelle alles hinschmeißen.
Zumindest sah Lan das in dessen traurigen Blick. Doch Miquel überspielte es,
wie ihm auffiel und nach ein paar Minuten Gespräch hellte sich dessen Miene
wirklich auf. Lan musste lächeln, als er den Spanier so sah. So vollkommen
aufgegangen in seinen Erzählungen und dieses Funkeln in den Augen. Er selbst
hatte es auch schon bei Miquel erleben dürfen, als dieser um ihn geworben
hatte. Genau dieses entschlossene Funkeln, was ihn so unglaublich schön machte.
Nicht das Miquel sonst nicht schon attraktiv war, doch das war es was ihn noch
schöner machte. Der Rotschopf schluckt, schüttelte leicht seinen Kopf. Über
was dachte er eigentlich nach? Endlich begann Miquel etwas zu spielen. Er hatte
eine Szene vorbereitet, die in seinen Unterlagen bei lag. Zwar hatte er es nur
auf die Schnelle gemacht, dass hatte Lan mitbekommen, doch verdammt er war
unglaublich gut. Man sah ihm nicht an, dass er es auf den letzten Drücker
gelernt hatte. Den Rotschopf klappte wirklich der Mund auf. Wenn sie ihn nicht
nahmen, dann würde er diese Typen in den Allerwertesten treten! Weil das wäre
wirklich Vergeudung dieses Talent nicht zu fördern. Der Smith benickte seinen
Gedanken und plötzlich wurde ihm ganz flau im Magen. So flau, dass er die Tür
schließen musste. Er wollte weg rennen. Alles in ihm befahl ihm: 'Renn weg!'
Doch Lan setzte sich auf die Stühle, die zum Warten aufgestellt wurden waren
und starrte auf den Parkettboden, der sich durch den gesamten Flur erstreckte.
Seine Füße scharten leicht über diesen und er schluckte. Wenn sie Miquel
aufnahmen, dann würde er nach New York gehen. Er würde 15 Stunden Autofahrt
von ihm entfernt sein. Das wollte er nicht. Er wollte das nicht! Miquel konnte
doch nicht ganze 15 Stunden wegziehen? War der Spanier nicht ganz dicht? Lan
biss sich auf die Unterlippe. Seine Zähne gruben sich tief in das weiche
Fleisch und schon bald spürte er den Geschmack von Blut.
Nach vielleicht einer halben Stunde kam Miquel aus dem Raum. Lan hatte sich
erhoben und war auf den Älteren zugegangen, der vor ihm stand. Er schob sich
gerade die Unterlagen wieder zurück hinten in die Hosentasche, damit er die
Hände frei hatte. „U..und?“, fragte Lan unsicher und Miquel sah auf. Seine
Augen strahlen ihm entgegen und Lan verschlug es für einen Moment den Atem. So
schön. Das waren die Worte, die ihm durch den Kopf schossen. Wie als hätte sie
jemand geschrien und sie hallten mit einem lauten Echo immer wieder und wieder.
Lan kam sich vor als würde er Stunden auf die Antwort warten. Auf den Lippen
des Spaniers breitete sich ein breites Grinsen aus. „Die nehmen mich!“,
brach es einfach so aus ihm heraus und er packte Lan an der Hüfte und hob ihn
hoch. Dieser gab ein Geräusch von sich, weil es ihn so erschreckte und es klang
ganz gefährlich nach einem Quietschen. „Oh, Dios mío! Die nehmen mich!“,
sprach er und man konnte die Freude, die in seiner Stimme lag fast fühlen. Lan
war so überwältigt davon, dass es ihm schwer fiel sich nicht auch zu freuen.
Miquel konnte ihn mit seiner Freude wirklich anstecken und er freute sich
wirklich unglaublich für den Blonden. Lan begann zu lachen, als der Marquez
sich mit ihm drehte und legte die Hände auf seine Schultern ab. Langsam ließ
Miquel ihn wieder runter und lächelte Lan glücklich an. Sein Traum würde in
Erfüllung gehen. Das war unglaublich und nicht in Worte zu fassen. Die Augen von
Lan sahen in Miquels und betrachtete dieses Strahlen, das darin lag. So
wunderschön. Die rechte Hand des Jüngeren, die auf den Schultern des Blonden
lag, strich sanft Miquels Hals nach oben, dann nach hinten in seinen Nacken und
an seinen Hinterkopf und er zog Miquel zu sich herunter. Sich dem Blonden
entgegen streckend legte er seine Lippen auf die von Miquel und verdammt sie
waren so weich. Mit flatterten Lidern küsste er Miquel, der ihn ziemlich
perplex ansah. Sollte er Lan von sich schieben? Doch dieser küsste ihn und es
fühlte sich so gut an. Er beugte sich Lan von sich aus noch ein Stück entgegen
und nahm den Kuss auf. Bis jetzt hatten sich ihre Lippen schon einmal berührt,
doch es war nicht mal ein richtig bedeutender Kuss gewesen, zumindest sah Lan
das so, auch wenn er ihn schon etwas durcheinander gebracht hatte, aber das
wollte er nicht zugeben. Jetzt allerdings verwandelte sich diese
Lippenberührung in einen waschechten Kuss um. Miquel bewegte seine Lippen gegen
Lans und dieser schreckte nicht zurück sondern tat es ihm gleich, immerhin
wollte er es auch. Sie küssten sich und der Druck auf ihre Lippen wurde
stärker. Es war Miquel, der Lan über die Lippen leckte und ihn an der Hüfte
näher zu sich gezogen hatte, doch der Jünger ließ es sich gefallen. Fast
schon scheu öffnete er seine Lippen und gewährte Miquel Einlass. Dieser hätte
– hätte er sprechen können – sein Glück nicht in Worte fassen können.
Ein sanftes Zungenspiel entfachte und Lan war noch ziemlich zurück haltend,
doch davon ließ sich Miquel nicht stören, dafür genoss er es einfach zu sehr
die Lippen des Jüngeren auf den eigenen zu spüren und ihn so nah bei sich zu
halten.
„Der Nächste, bitte!“, ertönte es hinter ihnen und die Beiden lösten
sich, da sie irgendwie mitten im Weg standen und kaum einer an ihnen vorbei kam,
voneinander. Miquel sah Lan in die Augen, der ihn sanft anlächelte. Eigentlich
wollte der Blonde etwas sagen, doch Lan legte ihn den Finger auf die Lippen,
schnappte sich hingegen Miquels Hand und zog ihn nach draußen. Ziemlich
verdattert lief er dem Jüngeren nach. Hatte er was verpasst? Also nicht das ihn
die Entwicklung gerade nicht gefiel, ganz im Gegenteil! Miquel fragte sich sogar
ob er nicht vielleicht träumte, weil es so toll war!
„Geh mit mir auf das Empire State Building!“, sprach er und sah ihn an. Lan
strahlte und sah ihn an. Er zwinkerte ihm zu und grinste. Er zog ihn weiter -
das Auto ließen sie bei der Schule stehen. Der Rotschopf zog ihn weiter zu der
Sehenswürdigkeit und als sie ganz oben standen starrte auf die Stadt.
„Wunderschön!“ Er presste sich gegen die Scheibe und Miquel stand hinter
ihm und starrte nur auf den Jungen. „Ja.. wunderschön..“ Er meinte nicht
die Aussicht, sondern nur Lan, dann Miquel hatte noch nicht einmal raus gesehen.
Er sah einfach nur auf den Rotschopf. Dieser wand sich um und sah auf Miquel. Er
packte seine Hand und zog ihn näher zu sich und deutete nach draußen. „Ich
finde das wundervoll...“ Der Smith war so froh, dass Miquel bei ihm war. Er
hätte sich sonst niemand vorstellen können mit dem er diese Aussicht hätte
genießen können. Er schmiegte sich an ihn heran und der Blonde legte
zögerlich seinen Arm um Lan und der ließ es geschehen. 
Der Tag ging langsam zur Neige und seit ein paar Stunden waren sie wieder auf
der Straße. Sie hatten sich ein paar Mal geküsst und Lan würde lügen, wenn
er abstreiten würde, dass er es nicht wollte oder, dass es ihn nicht gefallen
hätte. Es war einfach schön! Wieder verlief die Fahrt ohne Probleme, doch Lan
wurde immer stiller. Plötzlich war ihm nach Heulen zumute. War er eigentlich
bescheuert? Jetzt, da er wusste, dass Miquel nach New York zur Schule gehen
würde, konnte er doch nicht anfangen sich auf ihn einzulassen! Warum tat er
das? War es mit Berechnung? Lans Kopf schwirrte. Zu viel ging in seinen Kopf vor
und er wusste auf die ganzen Fragen, die er sich selbst stellte, keine Antwort.
Das war einfach zu viel für ihn!
An der Grenze nach Illinois gab es dann schließlich doch Probleme. Man durfte
mit dem Führerschein, den Miquel hatte, nicht den eigenen Staat verlassen. Es
mussten seine Eltern informiert werden und er musste eine Geldstrafe zahlen.
Miquel war alles andere als gut gelaunt danach, doch er wollte sich seine Laune
nicht vermiesen lassen! Denn immerhin war er seinen Traum so nah und Lan
ebenfalls. Er parkte das Auto bei Lans Großeltern, es war schon spät und er
'freute' sich schon auf den Anschiss von seinen Eltern, doch er würde das schon
irgendwie Regeln. So stand er letztlich mit Lan vor dem Auto dessen Großvaters
und reichte ihm den Autoschlüssel. „Sehen.. wir uns morgen?“, fragte der
Blonde nach und lächelte Lan an. Dieser überlegte einen Moment. „Nein.“ Er
sah auf Miquel, der ihn etwas verwirrt ansah. „Dann.. vielleicht
übermorgen?“ - „Auch da nicht! Hör zu, dass was da in New York war, das
sollte in New York bleiben! Gut ja ich hab dich geküsst.. ein paar Mal aber..
das hat nichts zu bedeuten.. das war einfach nur die Stadt! Und gut ist! Du
wirst nie bei mir landen! Und ich finde es unverschämt von dir, dass du meinen
guten Willen, mit dir befreundet zu sein, so schamlos ausgenutzt hast!“ Ohne
Miquel noch einmal anzusehen wand er sich ab und ging in das Haus seiner
Großeltern.
Der Blonde starrte Lan ungläubig nach. Was hatte er eben gesagt? Das konnte
doch nicht sein. Er wand sich mit einem Schock in den Gliedern ab und begab sich
nach Hause. Erst lief er noch langsam, irgendwann rannte er.
Dort wurde er von seinen Eltern ziemlich zusammengefaltet, doch Miquel nahm es
nicht einmal richtig war. Der Ärger, den er bekam, interessierten ihn kaum. Die
Worte von Lan hallten immer wieder in seinen Kopf wieder. „Sí.“, war das
einzige was Miquel immer wieder sagte. Letztlich gab er seinen Eltern die
Unterlagen der Schule, die sie unterschreiben musste, damit er sie zurück
schicken konnte. Seine Mutter war überraschender Weise gleich total herzig zu
ihm und beglückwünschte den Sohn, den sie eben noch zusammen gestaucht hatte.
Doch dieser nickte nur und sagte, dass sie später miteinander darüber reden
könnten und verzog sich in sein Zimmer.
Juanita sah ihn nach und seufzte. „Was hat der Junge denn nur...“ Sie hatte
eigentlich erwartet, dass Miquel total aus dem Häuschen sein würde wegen New
York, doch er wirkte verletzt und enttäuscht. „Ich rede mit ihm...“ Enrique
stand auf und ging zu Miquel.
Lan hingegen hatte sich nachdem er in das Haus seiner Großeltern verschwunden
war an die Tür gelehnt. Er hatte so zu Miquel sein müssen. Er konnte jetzt
nichts mit ihm zusammenkommen, nicht wenn Miquel nach New York ging. Er wusste,
dass er Miquel schon wieder verletzt hatte, doch es war besser so, oder etwa
nicht? Tränen kamen in Lan hoch, er wollte sie unterdrücken, doch er konnte
einfach nicht. Verdammt ja er hatte sich in Miquel verliebt, deswegen hatte er
ihn doch überhaupt erst geküsst! Aber es brach ihn das Herz, wenn der andere
ging und das konnte er nicht zulassen! Also musste er alles beenden bevor es
wirklich Angefangen hatte!
Aber warum tat es dann so weh?

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