Montag, 3. Dezember 2012

A never ending Story – Kapitel 2

Niemand sagte, dass es einfach wird!
Leise vor sich hin summend schwang Isabella Marquez ihre Beine über die
Bettkante. Ihr langes, gelocktes Haar umspielte ihr liebliches Gesicht und lag
federleicht auf ihren schmalen Schultern. Ihr kurviger Körper, der sie älter
wirken ließ als sie eigentlich war,  war in ein paar Boxershorts ihres Bruders
Enrique und ein T-Shirt ihres besten Freundes gehüllt.

Gähnend streckte sie sich, bis sie sich schließlich erhob, ein paar Schritte
ging und letztlich wieder inne hielt um sich im Spiegel zu betrachten. Sie
mochte ihr Äußeres. Es ähnelte stark dem von ihrer Mutter und diese war
bekanntlich eine wahre Schönheit. Zu dem sah man ihr sofort an, dass sie eine
Spanierin war, im Gegensatz zu ihren Brüdern. Sie war irgendwie normal,
zumindest auf ihre Weise!
Immer noch summend machte sie sich auf den Weg ins Bad, erst einmal duschen. Nun
ja zumindest war das ihr Plan gewesen, denn der laute Schrei ihres Bruders
Miquel, der seines Zeichens gerade selbst duschte, hielt sie davon ab. Beleidigt
murrend ging sie zu ihren Eltern und anderen Bruder in die Küche. „Seit
Miquel hier ist komme ich früh immer so schlecht ins Bad! Nicht mal Zähne
putzen lässt er mich! Ich mein dich, Enrique, lässt er doch auch ins Bad, wenn
er duscht!“ - Er mag mich eben lieber als dich!“, antworte der Älteste der
Marquez Geschwister breit grinsend.
„Ich kann es nun einmal nicht leiden, wenn sie mit im Bad ist! Sie ist ein
Mädchen, das muss ich nicht haben!!“, brummte Miquel, der gerade selbst die
Küche betrat. Er trug ein schwarzes, leicht aufgeknöpftes Hemd, eine schlichte
Kette um den Hals und ein paar leicht zerschlissene Jeans, die er tief auf den
Hüften trug. „Du bist so eine frauenfeindliche Schwuchtel!“, bemerkte Bella
und machte sich auf den Weg ins Bad. Gekonnt wich sie den Schlag Miquels aus,
der sie für diese Bemerkung hin treffen sollte.
„Na komm, Hermano, in dem Punkt hat sie recht! Du respektierst doch nur eine
Frau und das ist Madre!“, entgegnete Enrique und sah seinen Bruder an, der
resigniert die Hände hob. Irgendwie hatten die Beiden ja recht, auch wenn es
sich selbst nicht wirklich als frauenfeindlich betrachten würde. Er mochte es
nun mal einfach nicht Frauen an zufassen oder in der Nähe zu haben, wenn er
gerade nichts an hatte! Das widerte ihn einfach an.
„Nein, Miquel, Schluss! Ich habe dir jetzt schon zu viel von Lan erzählt! Du
musst nicht alles wissen! Manches geht dich auch einfach nichts an!“, zischte
Isabella und beschleunigte ihre Schritte. Miquel nervte sie!! Seit sie die
Wohnung verlassen hatten, bombardierte er sie mit Fragen. Was aß Lan gern? Was
war Lans Lieblingsfarbe? Welche Musik hörte er gern? Hatte er einen Freund? War
er schwul, bisexuell oder hetero? Sie konnte es einfach nicht mehr hören! Noch
nie war Isabella so froh gewesen, die Schule erreicht zu haben. Gleich würde
sie ihren Bruder los sein!
„Wir reden später weiter, Hermana!“, versprach Miquel und lief auf Cousin
Camilo zu, der schon ungeduldig zu warten schien. Vielleicht bildete sie sich
das irgendwie ein, aber die Laune des Blonden schien eben noch eine bessere
gewesen zu sein.
Achselzuckend ging sie auf Lan zu, der die Arme hinter den Kopf verschränkt,
die Augen geschlossen unter ihren Stammplatz lagen. „Endlich Ruhe!“, schnaufte
sie und ließ sich neben ihren besten Freund nieder. „Warum endlich Ruhe?!“,
fragte dieser, ließ seine Augen aber geschlossen.
„Nun ja, du scheinst meinen Bruder gehörig das Köpfchen verdreht zu haben!
Ich habe noch nie jemand so viel über die reden hören! Nicht einmal diese
Tussen, die dich so abgrundtief hassen sprechen so viel von dir!“ Neugierig
öffnete Lan die Augen und musterte die Spanierin. „Enrique?!“ - „Was?
Nein, Quatsch! Miquel!!“ - „Interessant!“, murmelte der Rothaarige und
hielt nach dem Marquez Ausschau, konnte ihn leider nirgendwo sehen.
Er hatte ihm also den Kopf verdreht?! Wie war das möglich? Sie hatten doch kaum
miteinander gesprochen und er war recht abweisend zu dem blonden Dummchen
gewesen. Irgendwie schien Lan das sehr zu gefallen!
Genüsslich schnurrend verließ Lan Smith den Spanisch Kurs. Diego Alvaro, war
einfach eine Augenweide, mir einen Faible für enge Hosen, die seinen
wunderschönen Knackarsch mehr als nur gut betonten. Lan liebte Spanisch! Er
verstand zwar kein Wort, außer Mierda, aber das war ihm egal! Hauptsache er
konnte Alvaro ansehen!
„Wie wäre es wenn du ab und an mal zuhörst, als die ganze Zeit zu
sabbern?!“, fragte Bella den Jüngeren und grinste ihn an. „Du passt auch
nie auf!“, verteidigte sich der Smith und zog einen leichten Schmollmund.
„Was daran liegt, dass ich die Sprache seit Geburt an spreche! Ich bin
Spanierin, vergessen!?“ - „Oh.. ach ja!“, gab Lan zu und Bella seufzte. So
viel Dummheit war sie eigentlich immer nur von Miquel gewohnt gewesen.
Wenn man doch vom Teufel sprach! Wer kam da wohl auf sie und Lan zu gelaufen?
Kein Andere als ihr Bruder Miquel. „Hey, ihr beiden!“, sagte dieser lächelt
und versperrte ihnen den Weg. 
Der Rothaarige musterte den Blonden ein Weilchen, er wusste nicht wieso, aber
irgendwie verglich er gerade Alvaro mit Isabellas Bruder. Die Beiden
unterschieden sich vollkommen. Miquels Augen hatten die Farbe eines glänzenden
Saphirs, Alvaros hingegen waren sehr dunkel und vor allem braun und dann noch
die blonden Haar des Marquez ein totaler Gegensatz zu dem fast schwarzen des
Lehrers. Lan verstand das eh nicht. Er hatte zwar schon von Enrique gehört,
dass die Haare bei ihnen schon seit Geburt so sind, doch blonde Spanier sind
einfach Exoten und irgendwie mochte Lan das.
Schließlich wand der Rothaarige desinteressiert seinen Blick von Miquel ab und
zog Isabella weiter. „Keine Zeit, Blondie, wir sind zum Essen verabredet!“,
meinte er knapp und setzte mit Bella im Schlepptau seinen Weg fort. Zugegeben es
viel ihm schwer sich nicht noch einmal um zudrehen. Auch wenn er ihn vollkommen
unsympathisch fand, Miquel sah wirklich umwerfend aus!
„Wir sind zum Essen verabredet?!“, hakte die Spanierin nach und musterte den
Jüngeren. „Ja, Seth und Mitch haben uns eingeladen!“ Eindeutig grinsend
zuckte Lan mit beiden Augenbrauen und zog die Brünette weiter. Ihren Bruder
strich er aus seinen Gedanken.
„Hey!“, rief Lan und wedelte mit den Armen. Freudig lief er einen den
großen, breitschultrigen, schwarzhaarigen, Teenager mit fast eisblauen Augen
zu, der den Smith zu sich wank. „Na, Lan, hast du es pünktlich
geschafft?!“, fragte der Teenager, der mit am Tisch saß. Lan grinste. „Als
ob ich mir den Kapitän des Footballteams und dich Seth entgehen lasse!“,
antwortete der Rothaarige darauf und küsste beide auf die Wange. „Hey,
Mitch!“, säuselte er und ging näher auf den mit den kühlen Augen zu.
„Hey, Lan!“, antwortete dieser und pattete sich auf die Oberschenkel.
„Willst du während des Essens auf meinen Schoß sitzen?!“ - „Unheimlich
gern!“ Freudig schlug Lan die Hände zusammen und ließ sich auf Mitchs Schoß
nieder. Er mochte den Schwarzhaarigen sehr. Es hatte eine Weile gedauert bis er
es zu diesen Punkt geschafft hatte, doch jetzt war er hier, saß auf Mitch
Wellings Schoß und aß zu Mittag. Es war lief alles wie geplant! Nicht mehr
lang und die Beiden würden sich noch näher stehen. Feine Röte kroch Lan ins
Gesicht. Irgendwie war der Gedanke peinlich!
Seth, der Junge mit den brünetten Haar und den goldenen Augen, gab Lan einen
kleine Stoß in die Seite, was dessen Aufmerksamkeit auf sich zog. „Man sagt
der neue Schönling hätte dich an gegraben und du hättest ihm einen Korb
gegeben, stimmt das?!“ Der Rothaarige nickte und kuschelte sich leicht an mit
den Rücken an Mitch. „Ja, warum spricht sich das so schnell rum?!“ - „Na
ja, es heißt ja auch, dass er nichts anbrennen ließe und jedem schöne Augen
machen würde. Zum Beispiel soll er letztens Ashton aus dem letzten Jahr
vernascht haben!“ - „Wer? Miquel?!“, fragte Isabella nach und der
Brünette nickte. „Ja, genau so hieß er! Ganz schöner Macho scheint das zu
sein!“ - „Hm...“, murmelte der Smith und biss in sein Baguette. Er konnte
nicht sagen wieso, aber irgendwie machte ihn diese Aussage schon etwas traurig,
im Gegensatz zu Isabella, so wie es schien, denn diese schien aus, für Lan
unergründlichen Grunde, zu lachen begonnen zu haben.
„Jetzt hör doch auf so penetrant darüber zu starren!“, zischte Camilo
seinen Cousin an, der ihn schon seit einer Viertelstunde nicht mehr zuhörte und
einfach nur auf seine Schwester, Lan und deren Begleiter starrte. Nervös kaute
er sich auf der Unterlippe rum und beobachtete den Rothaarigen genau, jeder
Geste die er machte versuchte er sich einzuprägen. Man konnte ihn genau
ansehen, dass ihm nicht gefiel was er sah, das war nicht zu verleugnen. Doch was
konnte er schon groß machen? Hingehen und eine Szene machen? Sicher nicht, er
würde sich nicht lächerlich machen, immerhin hatte Lan ihn schon den zweiten
Korb gegeben!
Doch mit einem war er sich hundertprozentig sicher. Er würde nicht so schnell
aufgeben! Miquel war noch nie ein Mensch gewesen der schnell den Schwanz einzog.
Schon oft in seinen Leben musste er für eine Sache kämpfen und wenn es nur mit
Enrique um Schokoladenkuchen war. Er würde kämpfen bis Lan mit ihm ausging!
Alles würde er dafür vernachlässigen, bis es soweit war, auch seinen Traum.
Ja, genau! Er würde sich nie wieder mit der Schauspielerei beschäftigen, wenn
er die Sache mit Lan einfach so um Sand verlaufen lassen würde ohne dafür sich
wirklich ins Zeug gelegt zu haben!
Ein siegessicheres Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Niemand hat gesagt
das es einfach werden würde!“, murmelte er leise vor sich hin, bevor er
seinen Cousin ansah. „Ich schau schon nicht mehr hin keine Sorge! Ich will
doch nicht das du eifersüchtig wirst!“, stichelte er Camilo an und erhob
sich. „Komm, lass uns das alles etwas eher beenden, ich hab noch was vor!“
Ein letztes Mal war Miquel einen Blick hinüber zu Lan und auch wenn dieser es
nicht sehen konnte, lag darin das Versprechen, dass er nicht so schnell aufgeben
würde.

Nur mit Shorts und Sonnenbrille begleitet lag Miquel auf dem Balkon der Marquez
in einen Liegestuhl und ließ sich von der Sonne berieseln. Sein Cousin lag
neben ihn auf einen weiteren Stuhl und konnte es nicht vermeiden immer wieder
auf den Oberkörper des Älteren zu blicken. Er kannte ihn schon in und
auswendig und trotzdem fand er ihn bei jedem Mal, wenn er ihn sah einfach nur
umwerfend. Diese fein detaillierten Muskeln, die sich in Form eines Sixpacks
abzeichneten gemischt mit der natürlichen, spanischen Bräune, machten ihn
jedes Mal den Mund wässrig.
„Hey, Corazón!“, säuselte er und beugte sich herüber zu Miquel. Seine
Finger glitten sanft über dessen muskulösen Bauch und wanderten langsam zu
dessen Shorts.
Der Blondschopf schob seine Sonnenbrille ein wenig nach unten und sah über den
Rahmen hinweg seinen Cousin an. „Denk nicht mal dran, Camilo! Du kennst die
Regeln unseres Pakets und das heißt er ist hinfällig!“ Frustriert ließ sich
der Jüngere zurückfallen und funkelte Miquel an. „Wegen dem? Ich bitte dich
an Smith kommst du in Millionen Jahre nicht ran!“ - „Das hab ich gestern
auch schon mal gehört!“, entgegnete Miquel und schob die Gläser wieder nach
oben. „Aber deswegen heißt das nicht, dass ich einfach so aufgebe!“
Seufzend drehte sich der Schwarzhaarige auf die Seite und beobachtete den
Muskulöseren eindringlich. „Du bist doch nicht wirklich in Smith verliebt,
oder?!“ Es war einen Moment still, bevor Miquel sich aufsetzte, die
Sonnenbrille abnahm und seinen Cousin in die Augen sah. „Es mag verrückt
klingen, da ich ihn nicht einmal wirklich kenne und auch weil er mir einen Korb
nach den anderen gibt doch... ja... ich bin in ihn verliebt. Ich habe mich noch
nie zu einen Menschen so stark hingezogen gefühlt wie zu ihm!“ -
„Verstehe...“, murmelte Camilo und wand seinen Blick von seinen besten
Freund ab. Das Miquel so fühlte hätte er nicht gedacht, zumal er Smith erst
seit so kurzer Zeit kannte. Doch trotzdem war das für ihn kein Grund
aufzugeben. Zwar führte Lan gerade ohne es zu ahnen, doch das würde nicht
lange so bleiben!

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