Montag, 3. Dezember 2012

A never ending Story – Kapitel 3

Lektionen in Sachen Liebe
„Dann.. lass mich dich wenigstens etwas massieren, ja?! Immerhin bist du
sicher völlig verspannt nicht? Ich weiß doch wie sich Stress bei dir
ausübt!“, sagte der Schwarzhaarige und musterte Miquel. Dieser hob
nachdenklich eine seiner Augenbrauen und nickte schließlich. „Aber nur
massieren!“, entgegnete der Ältere und Camilo nickte. Er kletterte hinter den
Blonden und ließ sich breitbeinig hinter ihn nieder. Sanft schloss er seine
Hände um die muskulösen Schultern und begann seinen Cousin sanft zu massieren.
Immer mehr Druck begann er auf diese Auszuüben und verstärkte seine
Berührungen so sehr, bis der gewünschte Effekt, ein Schnurren Miquels,
zu hören war.

Zufrieden grinste Camilo, zumindest wusste er sehr gut, wie der Blonde auf
Berührungen reagierte und damit war der Rest auch ein Kinderspiel. Eine halbe
Stunde massierte er Miquel, bis er sich schließlich vorbeugte und dessen Nacken
küsste. Genüsslich schnurrend legte der Blonde seinen Kopf auf seine Brust,
damit Camilo mehr Spielraum hatte. Er liebte solche Berührungen. Auch wenn er
es nicht zugeben wollte im inneren war er eine Schmusekatze und dummerweise
wusste Camilo das und schien es gerade vollkommen auszunutzen.
„Hey!“, murmelte Miquel. „Wir hatten eine Abmachung.“ - „Ich
weiß!“, säuselte der Schwarzhaarige und küsste weiter den Nacken des
Älteren. „Aber wir hatten keine Zeit Lebewohl zu sagen. Also meinst du nicht
einmal ist noch drin?!“, raunte er gegen den Hals des ihm schon fast
verfallenen, der vehement den Kopf zu schütteln begann.  „Nein. Das wäre
nicht rechtens!“ - „Du betrügst doch keinen, kleines Dummchen. Du bist nur
verliebt!“ Camilo griff nach vorn und drehte Miquels Kopf zu ihm. Vorsichtig
beugte er sich über die Schulter des Blonden und benetzte seine Lippen mit
einen sanften Kuss. „Nur dieses eine Mal!“, hauchte er dagegen und Miquel
schluckte.
Er kannte die Regeln des Deals in und auswendig und egal wie viel er im Moment
für Lan empfand er war immer noch ein Mann und Camilo hatte eindeutig die
richtigen Knöpfe gedrückt um ihn in Stimmung zubringen. Der Blonde rang mit
sich selbst. Sollte er es tun? Nur dieses eine Mal? Doch wenn er es tat waren
dann seine Gefühle für Lan aufrichtig? Gab er ihn damit denn nicht dann sogar
auf? Fragen über Fragen durchwanderten Miquels Kopf und je mehr er darüber
nachdachte desto absonderlicher wurden diese. Sein Kopf begann förmlich zu
rauchen, als er für sich eine Entscheidung traf. „Ich kann nicht Camilo!“
Genervt atmete der Schwarzhaarige aus und erhob sich. „Du bist wirklich so
dumm, wie alle immer sagen!“, zischte er und griff nach seinen Sachen. „Nur
damit du es weist du wirst Smith nie bekommen! Und wenn du dich auf den Kopf
stellst und im Dreieck springst!! Und wage es dir dann ja nicht zu mir an
gekrochen zu kommen!! Ich hab es nicht nötig dein Platzfüller zu sein!!
Schönen Tag noch, Miquel!“, fauchte Camilo ihn an und zischte aus der
Wohnung. Seufzend ließ sich Miquel zurück auf die Liege gleiten. Es war zu
spät irgendwelche Zweifel zu hegen, er hatte sich entschieden. Zwar für einen
Jungen, der nichts von ihm wissen wollte, aber er hatte sich entschieden.
„Mitch ist so toll!!“, säuselte der Rothaarige und hackte sich bei Isabella
unter. „Er hat mich zu seiner Geburtstagsfeier nächste Woche eingeladen!“ -
„Ja, dich und den Rest der Schule!“, antwortete die Marquez lachend und der
Jüngere zog einen Schmollmund. „Musst du mir jede Vorfreude zerstören?!“,
fragte er quengelnd und betrat die Wohnung der Marquez. Isabella begann zu
lachen und ging weiter in die Küche. Lan, der selbst auch zu lachen angefangen
hatte folgte ihr, als sein Blick auf den Balkon fiel. Bellas Bruder Miquel lag
auf einem Sonnenstuhl und kaute nachdenklich auf den Bügel seiner Sonnenbrille
herum. Lan begann zu grinsen und näherte sich dem Balkon. „Hallo,
fremder!“, säuselte er und beobachtete wie Miquel zusammen fuhr. Kichernd
näherte er sich dem Blondschopf und ließ sich auf dem Rand der freien Liege
nieder. Unwillkürlich musterte er den Oberkörper Miquels und er musste schon
sagen, wirklich nicht von schlechten Eltern, aber irgendwie wunderte es ihn
nicht. Die ganze Familie Marquez strahlte einfach nur Schönheit aus, es stimmte
wohl, dass so was in den Genen lag.
„Hey!“, antwortete der Ältere mit einer Spur von Überraschung. Er hatte
alles erwartet nur nicht, dass Lan sich zu ihm gesellen würde und ihn dann auch
noch Ansprach. „Na, sonnst du dich!?“, raunte er dem Blonden zu, der nickte.
„Ja, ist auch wirklich schönes Wetter nicht? Sag kennst du Mitch Welling? Den
Kapitän des Footballteams?“ - „Teils!?“, antwortete Miquel und schob die
Augenbrauen zusammen. Worauf wollte der Jüngere hinaus? Welling, das war der
Typ auf dessen Schoß Lan in der Mittagspause gesessen hatte, er hatte Camilo
gefragt gehabt, wer das gewesen war. 
„Er gibt eine Geburtstags Party und hast du Lust mit mir hinzugehen?!“ -
„Eh.. ja klar! Gern!“ - „Schön!“, antwortete Lan und erhob sich. „Wir
sehen uns dann dort!“ Er zwinkerte den Marquez zu bevor er sich zu dessen
Schwester begab, wo er in Lachen ausbrach.
„Was ist?!“, fragte diese und musterte ihren besten Freund. „Ach nichts,
ich finde nur gerade Spaß an deinen Bruder. Du glaubst nicht wie Dumm er
ist!“ - „Was hast du gemacht!?“, skeptisch zog Isabella eine Augenbraue in
die Luft und sprach so lang auf Lan ein bis dieser ihr mitteilte was er
vorhatte. 
„Du willst Miquel auflaufen lassen? Das ist aber nicht nett! Was hat er dir
getan?!“ - „Nichts! Ich finde das nur witzig! So blauäugig wie er ist!“ -
„Na dann.“, war Bellas knappe Antwort, die nicht die war auf die der Smith
gehofft hatte. „Was ist los mit dir? Sonst bist du bei so etwas immer sofort
Feuer und Flamme!“ - „Sonst geht es bei so was auch nie um meinen Bruder!
Ich kann zwar nicht glauben das ich das sage, aber er hat das nicht verdient!“
Etwas Mitleidiges lag in Isabellas Blick und Lan konnte es nicht einordnen. Er
wollte auch nicht danach fragen, was ging ihn Miquel Marquez an? Gar nichts!
Dieser naive Kerl hatte eine Lektion in Sachen Liebe verdient!
Es war am letzten Wochenende des Augusts an dem Mitch seinen sechzehnten
Geburtstag feierte. Die ganze Schule war eingeladen und jeder der kam hatte so
seine eigenen Ziele. Einige wollten die Person ihres Herzens endlich ansprechen,
andere hofften, dass es Alkohol geben würde und wieder andere wollten nur
Feiern. Lan hatte zwei Ziele. Mitch näher zu kommen und Miquel so richtig ein
aus zu wischen. In den letzten Tagen hatte er dem Marquez sehr offensichtlich
Hoffnungen eingepflanzt und er konnte es kaum erwarten diese wie eine
Seifenblase platzen zu lassen, mit einen richtig lauten Knall!
Nervös betrat Miquel die Party. Er verstand Lans plötzlichen Sinneswandel noch
immer nicht und seine Schwester schwieg darüber, egal wie oft er sie auch
gefragt hatte. Miquel wusste nicht was er denken sollte, aber zum anderen freute
er sich unglaublich darüber! Nervös blickten seine Saphire über die geladenen
Gäste als er Lans Rotschopf bei seiner Schwester an der provisorischen Bar
erblicken konnte. Schnell kämpft er sich durch die Menge und kam neben den
Beiden zum Stehen. „Hey!“, sagte er und nickte beiden zu. Auf Lans Lippen
legte sich ein überlegenes grinsen, doch er versucht es so sehr wie er konnte
zu unterdrücken. „Hey, Miquel!“, raunte er dem Blonden zu und zwinkerte.
Das Herz des Blonden schlug höher. Er konnte nicht in Worte fassen, wie sehr er
sich in den Jüngeren verliebt hatte. Solche Gefühle hatte er schon seit Jahren
nicht mehr gefühlt, nein, sie waren sogar stärker als diese, die er bis jetzt
jemals gefühlt hatte. Miquel war sich eigentlich sicher gewesen, dass er nie
wieder so fühlen würde, doch dann kam Lan. Vielleicht ging er auch zu
blauäugig an die Sache heran, aber er war nicht der Typ der Chancen
verstreichen ließ und nicht für die Sachen kämpfte, die er wollte!
Kopfschüttelnd wand sich Isabella ab und verschwand in die Menge. Lan stöhnte
genervt auf und Miquel schaute verwirrt hin und her. „Was hat sie?!“ -
„Ich vermute einfach nur ihre Tage!“, murrte Lan und sah ihr weiter hin
nach. Er verstand seine beste Freundin nicht. Was war ihr Problem? Nur weil
Miquel ihr Bruder war? War sie es nicht, die sich ständig über ihn beschwerte?
„Aber ignorieren wir sie. Willst du tanzen?!“, säuselte der Kleiner und
verschwand ebenso in der Menge. Schnell folgte Miquel ihn. Er war im Moment
einfach nur überglücklich.
Lan und Miquel tanzten eine Weile und der Jüngere hatte sogar ziemlichen Spaß.
Der Marquez war ein fantastischer Tänzer und über aus zuvorkommend und lieb.
Irgendwie bekam er ein schlechtes Gewissen, wenn er daran dachte, was er
vorhatte, aber durchziehen wollte er es auf jeden Fall! Das hatte er sich
vorgenommen.
„Holst du mir was zu trinken?!“, fragte Lan den Älteren, der lächelnd
nickte und sich zur Bar begab. Das war Lans Zeichen. Schnell suchte er nach
Mitch und zog ihn mit zu der Stelle bei den ihm Miquel zurückgelassen hatte.
Offensichtlich begann er mit den Footballcaptain zu flirten und dieser ging
nicht abgeneigt darauf ein. Lan warf sich im Sprichwörtlich an den Hals und
beobachtete aus den Augenwinkeln heraus die Bar von der Miquel her sich gerade
näherte.
„Hier dein Dri-“, begann der Marquez und stoppte. Starr beobachtete der Lan
und Mitch, der den Kleineren gerade näher zu sich zog und seine Lippen mit
einen fordernden Kuss benetzte. Er konnte nicht fassen was er da sah. Hatte Lan
nicht bis eben noch mit ihn geflirtet? Er verstand das nicht? Warum machte der
Jüngere ihn Hoffnungen, wenn sich dann doch an Mitch hing? Er kam sich gerade
so bloßgestellt vor.
Schnurrend löste sich Lan von Mitch, er fühlte sich gerade unglaublich
bestätigt! Endlich hatte er Mitch den gewünschten Kuss entlocken können und
zur gleichen Zeit war sein Plan den Marquez bloß zu stellen perfekt geglückt.
Grinsend wand er sich zu dem Blonden, der starr auf seinen Platz stand und den
Becher mit dem Getränk hatte fallen gelassen. „Oh, hey, Miquel!“, meinte er
und sein Grinsen wurde breiter. Wortlos wand sich der Marquez aber von ihm ab
und verschwand in der Menge. Gewissensbisse stiegen in Lan hoch. Er hatte selten
so viel Schmerz in einen Blick gesehen wie in dem von Miquel gerade, doch ihm
wurde nicht die Zeit gelassen weiter darüber nach zu denken, denn Mitch nahm
seine Lippen wieder in Besitz.
„Miquel!“, rief Camilo, der das Ganze trieben schon den Abend über
beobachtet hatte. Ihm war seltsam vorgekommen, dass Lan sich in den letzten
Tagen gegenüber Miquel so verändert hatte und er wollte der Sache auf den
Grund gehen, weil daran musste etwas faul sein. „Was willst du?!“, zischte
der Blonde und kämpfte sich weiter durch die Menge. Der Jüngere setzte ihn
nach und bekam schließlich seinen Arm zu schnappen und konnte den Blondschopf
somit zum Stehen bringen. „Nimm dir das nicht so zu Herzen!!“ - „Ja, ich
weiß du hast es mir gesagt! Schön! Keine Angst ich komm nicht an gekrochen!
Also lass mich in Frieden!!“, zischte Miquel und kämpfte sich los. Camilo
jedoch klammerte sich mit beiden Armen an seinen Cousin damit dieser nicht
weiter gehen konnte. „Vergiss was ich gesagt habe!! Ich war sauer, weil du
mich zurück gewiesen hast!! Aber ich bin dein Freund! Ich bin für sich da!!
Okay? Komm schon!!“ Resigniert seufzend sah Miquel den Schwarzhaarigen an.
„Danke...“, murmelte er und ließ zu, das Camilo ihn umarmte.
Giggelnd schmiegte sich Lan an Mitch, der ihm einen weiteren Wodka E reichte.
Gezielt exte er den Plastikbecher und umarmte Mitch noch fester. Spielerisch
schnappte er nach dessen Lippen und zog ihn in einen Kuss. „Isch gla'b dasch
war schu fiel!“, lallte der Jüngere und der Welling grinste wissend. „War
es, Kleiner! Aber was hältst du davon, wenn wir beiden hoch in mein Zimmer
gehen!? Da sind wir ungestört!“ - „Toll' ide!! Aba... nischts
unaschtendisches maschen ja?!“ - „Nein, Lan natürlich nicht! Komm!“
Siegessicher zog Mitch Lan zu den Treppen. Es hatte lange gedauert bis sich
endlich die Gelegenheit geboten hatte, dass er Lan so nah kommen würde. Er
wusste schon länger aus verlässlichen Quellen, das Lan noch unberührt war und
er hatte nur darauf gewartet ihm diese Unschuld zu nehmen und jetzt war es
endlich soweit! Er zog den Rotschopf an Miquel vorbei, der zusammen mit Camilo
am Fuß der Treppe saß. Mit einen Blick der sagte: 'Ich hab das was du
wolltest', ging er die Treppe nach oben.
„Aba denksch dra' nischts unaschtendisches maschen!!!“, wiederholte Lan
lallend und Mitch atmete genervt aus. „Ja, doch! Zier dich nicht so man!“
„Miquel?“ - „Hn?!“, irritiert sah der Blonde zu seinem Cousin, der ihm
irgendwas gesagt hatte, doch Miquel hatte ihn nicht zu gehört. Seine
Aufmerksamkeit hatte den Gesprächsfetzen gegolten was er von Lan und Mitchs
Gespräch hatte aufschnappen können. Camilo seufzte. „Das kann dir doch egal
sein! Er hat dich auflaufen lassen! Soll er da doch durch! Er ist selbst
schuld!“ - „Ich weiß... aber ich kann nicht!“, murmelte Miquel und erhob
sich. „Danke für vorhin!“, murmelte er und setzte so schnell er konnte die
Treppe nach oben. Er sah sich um, doch auf dem Flur lag nur ein Pärchen, dass
sich beinah bestieg und das war eindeutig nicht Lan und Mitch. Miquel beschloss
die Türen ab zu klappern. Vielleicht sollte er sich da nicht einmischen, aber
etwas sagte ihm er musste das tun!

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