Unruhig ließ er den Schlüssel in das Schloss des Briefkastens wandern und schloss langsam rum. Da war er wieder, so ein dummer Brief. Er musste ihn verstecken, wie er die anderen versteckt hatte und endlich eine Lösung finden! Ohne weiter auf den Brief zu achten schob er ihn in seine Umhängetasche und nahm die andere Post, die um einiges erfreulicher war, hoffte er zumindest. Tief durchatmend schloss er die eiserne Tür wieder und begab sich die Treppen nach oben zur Wohnungstür. Sein Kopf rauchte. Wie sollte er an das Geld nur kommen? Sie brauchten es. Verdammt, wie?
„Hola!“, rief er, nachdem er die Wohnungstür geöffnet hatte. Wärme und
Essensgeruch schlug ihn entgegen und sein Magen drehte sich noch mehr.
Er war schuld, wenn sie hier rausflogen! Er. Das war schrecklich! Wie
sollte er seinem Freund das nur erklären?
„Hiiii!“ Der kleine Rothaarige, der eben noch vor dem Herd stand, kam
auf ihn zu gewuselt und drückte seinen Freund fest, ehe er ihn einen
Kuss gab. „Ich habe dein Lieblingsessen gekocht!“
„Was würde ich nur ohne dich machen?“ Der Blonde hatte gleich noch ein
viel schlechteres Gewissen! Sein Magen drehte sich noch mehr herum, doch
er musste lächeln! Miquel, wie er hieß, musste gute Miene zum bösen
Spiel machen.
Es war später am Tag saß Miquel vor dem Laptop
seines Freundes und surfte wahllos durch das Internet. Er brauchte eine
Lösung, irgendwo hier musste doch eine Sein! Man fand doch heutzutage
alles im Internet. Sein Blick wanderte zu dem Rotschopf, der auf dem
Bett schlief und Miquel seufzte. „Ach scheiße…“ Er las weiter durch was
er da fand, aber irgendwie war nichts dabei.
Immer wieder glitten die blauen Augen immer wieder über die Texte, die
sich ihn eröffneten, bevor er inne hielt. Da! Da war ein Job in der
Stadt. Das sah nach viel Geld aus! Er musste anrufen! Schnell griff er
nach seinem Handy und tippte die Nummer ein. Ein letzter Blick auf
seinen Schlafenden Freund begab er sich auf den Balkon und drückte den
grünen Hörer. Ungeduldig hörte er, wie es in der Leitung piepte. Es war
doch hoffentlich die richtige Nummer?
„Was?“
„Ha.. hallo! Ich habe Ihre Nummer… aus dem Internet und... da stand was von einem Job?“
„Och wie süß, machst du das zum ersten Mal?“ An der anderen Leitung
begann der andere zu lachen und irgendwie fand Miquel das total
unheimlich. Wie konnte man nur so lachen? „Gut, wie treffen uns heute
Abend im McLerun! Um 20 Uhr, sei pünktlich!“
„Abe- Hallo? Hallo?“ Aufgelegt. Gleich war es noch unheimlicher. Miquel
hatte keine Ahnung wo dieses McLerun war und vor allem wer da auf ihn
wartete. Scheiße man. Er klappte das Handy zusammen und schob es in
seine Jeans. Unruhig ging lief er zurück zum Laptop und begann nach der
Adresse zu suchen. Jetzt musste er erst einmal die Daten irgendwie
löschen. Er wollte nicht, dass sein Freund vielleicht auch noch da
auftauchte. Miquel brauchte lang genug, bis er den Verlauf gelöscht
hatte und jetzt eine Dusche! Wie sollte er Lan nur erklären, dass er
heut Abend weg ging? Seine Welt schien langsam zusammen zu brechen! Er
musste sich da irgendwie rausboxen um Lan nicht zu enttäuschen!
Kurz
vor 20 Uhr war der blonde Spanier vor der Bar und total unruhig. Auf
was hatte er sich denn hier nur eingelassen? Argh! Aber er brauchte das
Geld unbedingt. Lan hatte er erzählt, dass er sich mit einem Bekannten
treffen würde und er hatte keine weiteren Fragen gestellt. War also
alles okay für ihn. Er hoffte so stark, dass er das Geld bekam
irgendwie, dass dann alles mit einmal vorbei war! Hoffentlich geriet er
hier nicht in irgendwas rein!
Unruhig durchquerte er die Tür der Bar und sah sich um. Miquel wusste
nicht nach wem er eigentlich zu schauen hatte, aber irgendwie sagte ihn
sein Gefühl er würde es wissen, wenn er die Person sah und so kam es
auch! Als er durch die Bar lief sah er an einen der hinteren Tische
einen brünetten Kerl – vom ersten Blick wohl Südländer wie Miquel selbst
– im Anzug dort sitzen. Vor ihn stand ein Glas Scotch oder Whiskey und
auf seinen Schoß saß ein hübscher, aber viel zu dünner Kerl, den er
befummelte. Irgendetwas sagte dem Blonden, dass das derjenige war
nachdem er suchte.
Miquel holte verdammt tief Luft, ehe er sich nochmal überlegte, ob er
nicht einfach gehen sollte und lief dann auf den Brünetten zu. „Ha…
haben wir heute telefoniert?“ Es fiel ihm verdammt schwer zu sprechen.
Sein Kopf sagte ihn jetzt schon, dass er einen riesen Fehler machte und
sich am besten um drehen und gehen sollte, aber er brauchte das
verdammte Geld! Er konnte Lan das nicht sagen, er traute sich einfach
nicht.
„Ach, du bist der Neuling?“ Man hörte sichtlich, dass der andere sehr
amüsiert war. Der Stuhl ihm gegenüber schob der Brünette mit den Fuß ein
Stück zurück und nickte hin. „Setzen!“
Miquel nickte langsam und ging auf den Stuhl zu, ehe er sich setzte.
Sein Blick ließ er durch den Laden schweifen und irgendwie sah hier
keiner so aus, als würde er sein Geld auf ehrliche Weise verdienen, aber
jeder so, als machte er damit gut Geld.
„Dein Name?“
„Marquez.“
„Marquez? Gut.“ Mehr brauchte er nicht wissen, wenn er wollte konnte er
mehr über das kleine Blondchen herausfinden. Der Brünette zog den
Hübschen auf seinen Schoß noch etwas höher und beobachtete den Blonden
eine Weile. Sich selbst setzte er richtig hin, bevor er sich eine
Zigarre ansteckte und den Rauch Miquel entgegen blies. „Du stellst keine
Fragen und bist morgen um dieselbe Zeit, wie heute, an der
Bahnhofsbrücke. Alles Weitere erfährst du morgen vor Ort und wenn du
dich gut führst hast du morgen um Mitternacht 200 Tausend in der Tasche
in bar!“
Miquel schnappte für einen Moment nach Luft. Mit 200 Tausend wären alle
seine Probleme gelöst und nicht nur das er hätte auch noch genug übrig
um nicht so schnell wieder in die Misere zu geraten. „O.. okay!“
„Zieh dir was Hübsches an!“ Er lachte kalt auf und nickte zur Tür. „Geh!“
Der Blonde nickte und stand auf. Beinah wäre er noch über seinen Stuhl
gestolpert. Hastig bewegte er sich nach draußen und war glaube noch nie
so froh gewesen nach Luft zu schnappen. Worauf hatte er sich da nur
eingelassen? Aber das Geld war einfach zu verlockend!
„Seit wann nimmst du Laien für deine Aufträge?“
„Weil ich einen Sündenbock brauche. Hol mir, Alberto her! Er soll alle
Informationen über den kleinen Anfänger finden, die es gibt und mir
bringen! Wir müssen für ihn doch ein richtig schönes Nest aus Lügen
spinnen!“ Der Brünette lachte wieder kalt auf und zog den Jungen auf
seinen Schoß zu einem Kuss zu sich.
„Angelo Milano, du bist wirklich ein Arsch!“
„Danke!“, sprach er grinsend und stahl dem anderen noch einen Kuss.
Unruhig.
Ja, so konnte man Miquel im Moment am besten beschreiben. Die ganze
letzte Nacht hatte er nicht geschlafen und sich nur hin und her gewälzt.
Zwar hatte er sich Lan gegenüber ganz normal gewesen, doch kaum war er
selbst aus dem Haus gewesen, dann wäre er am liebsten durchgedreht. Er
konnte einfach nicht sagen, wie er sich auf das alles wirklich einlassen
konnte.
Jetzt saß er mit Lan am Abendbrottisch und lauschte Lans Geschichten.
„Wie kannst du nur immer so viel erleben?“ Er sah auf seinen Freund und
seine Mundwinkel zuckten für einen Moment.
Als der Rothaarige begann den Tisch abzuräumen zog Miquel ihn auf seinen
Schoß. Er küsste den anderen voller Gier und schloss seine Arme
unglaublich fest um ihn. „Ich liebe dich!“, hauchte er ihn gegen die
Lippen, die er gleich noch einmal küssen tat. „Ich liebe dich so sehr!“,
flüsterte er leise und drückte den anderen noch etwas fester.
Sein Freund begann zu lachen und gab ihn einem Kuss zurück. „Hey..
entspann dich! Du gehst mit einem potentiellen Manager essen und nicht
nach Timbuktu!“ Er grinste und gab ihn noch einem Kuss. „Und wenn du
wieder da bist, dann werden wir Beide den Tag gemeinsam beenden, wenn du
verstehst was ich meine!“
Langsam nickte der andere und legte seinen Kopf in Lans Halsbeuge. Er wollte ihn gar nicht mehr loslassen.
Es
war gegen 20 Uhr, als der Blonde an der Bahnhofsbrücke ankam. Der Wind
pfiff um ihn und hinterließ ein Rauschen. Man merkte, dass der Herbst
langsam einzog, so wie die Kälte in der Nacht immer mehr hervor kroch.
Miquel fand das schade. Er war eher der Sommertyp und vor allem
Sommernächte hatten es ihn angetan. Einfach in der Nacht in
Bermudashorts mit dem Liebsten an der Hand einen Strand entlang laufen,
während man die Schuhe an der anderen Hand hin und her baumeln lässt und
alles nur vom Mond beleuchtete wird. Ach er liebte das alles so sehr.
Er schloss für einen Moment den Augen um sich diese Vorstellung wirklich
genau vor Augen zu führen, als er ein Auto anfahren hörte. Es kam immer
näher und hielt vor ihm. Die Scheinwerfer erwischten den Spanier voll
und ganz in ihrem Pegel und er öffnete die Augen wieder, nur um sie
zugleich wieder zusammen zu kneifen.
Weil er nichts erkannte, lief er um das Auto herum und die hintere Tür
ging auf. Er lief zögerlich darauf zu, als er schon den Brünetten aus
der Bar sah. „Abend..“, nuschelte der Blonde und stieg auf die Rückbank
des schwarzen BMWs, so dass er genau neben diesem Kerl saß.
„Wenigstens bist du pünktlich!“ Er drehte seinen Oberkörper zu Miquel
und grinste ihn an. Doch es war kein Grinsen, das einen vielleicht
selbst zum Schmunzeln brachte, es war eines von denen, das einem echt
einen kalten Schauer über den Rücken jagte.
Das Auto setzte sich in Bewegung und der Brünette begann zu reden: „Also
Marquez, wir werden jetzt zu einem Haus fahren. Du wirst durch das
offene Fenster im Erdgeschoss einsteigen. Du begibst dich dir Treppe
nach oben und in das letzte Zimmer am Gang. Das Schlafzimmer. Im Bett
wirst du einen alten Mann sehen, den du hiermit erschießt!“ Er holte
eine 44er mit Schalldämpfer hervor und legte sie Miquel in die Hand.
Diesem war einfach nur der Mund aufgeklappt. Das konnte doch nicht sein,
oder? Ach verdammt, das konnte doch nicht sein. „I.. ich soll was
machen? Nein! Nein, so etwas mache ich nicht! Ich bringe niemanden um!“
„Ach nein? Und was ist mit deinen Schulden? Wie viel waren das noch
gleich… 150 Tausend? Man muss sich ganz schön anstrengen in deinem Alter
schon so viel in der Miese zu sein!“ Er lachte wieder auf und sah auf
den anderen. „Und du willst doch nicht, dass dein kleines Herzblatt
erfährt was für ein Versager du bist, oder?“ Er zog ein Bild von Lan aus
seiner Innentasche und ließ es vor Miquels Augen wackeln. „Also höre
mir mal zu, Marquez! Du hast dich an mich gewandt und willst deine
Geldprobleme loswerden. Noch dazu weißt du nichts von mir! Weder meinen
Namen noch wo ich wohne, ich allerdings weiß alles von dir. Also, es
wäre doch wirklich sehr schade, wenn deinem kleinen Freund etwas
passiert? Oder deiner Familie? Bei wem würde es dich wohl mehr stören?
Bei Lan? Enrique oder deiner Mutter Juanita?“
Dem Blonden blieb für einen Moment der Atem weg. Dieser Kerl wusste
alles von ihm! Er kannte seine Familie und seinen Freund und auf dem
Foto war eindeutig Lan auf ihren Balkon, also wusste er auch, wo der
andere wohnte. „O.. okay! Okay, okay! Ich mache es. Aber wenn ich das
mache, dann bekomme ich das Geld und bin raus aus der Sache?“
„Natürlich! Versprochen! Er muss nur Tod sein!“
Miquel nickte langsam und sah wieder auf die Waffe in seinen Händen.
Entweder dieser Kerl, den er nicht kannte oder alle, die er liebte?
Eigentlich war die Entscheidung doch klar, nicht? Aber er konnte mit so
etwas auf keinen Fall leben, oder vielleicht doch? Er wusste es einfach
nicht!
Das Auto hielt vor dem großen Haus und der Blonde begann zu
zittern, was er mit voller Körperspannung versuchte zu vertuschen. Das
machte ihn einfach nur fertig gerade. Abes es ging hier um seine
Familie.
„Denke an das was ich dir gesagt habe, Marquez!“ Er machte die Tür auf und nickte dagegen, das Miquel ausstieg.
Zögerlich ging dieser der Aufforderung nach und begab sich nach draußen.
Er steckte die Waffe ein und holte noch einmal tief Luft. Okay! Er
konnte das. Er begab sich langsam in Richtung des Hauses und sah sich
um. Er kletterte über den Zaun und warf sich bei dem ersten Geräusch
gleich auf den Boden. Verdammt! Man würde ihn so etwas von erwischen.
„Komm schon!“ Das war nämlich nur eine Katze gewesen. So machte sich
der Blonde auf allen Vieren, nur um sicher zu gehen, dass man ihn ja
nicht sah, auf den Weg hin zum Fenster. Langsam richtete Miquel sich auf
und drehe sich leicht um. Okay, hier war keiner und das Fenster war
sperrangelweit auf! Mit einem Schwung war der Blonde durch das Fenster
und schon drin im Haus. Verdammt. Was machte er hier eigentlich? Miquel
versuchte sich noch einmal dran zu erinnern, warum er das tat und auch
an die Anweisung.
Der Spanier begab sich nach oben und letztlich stand er vor dem Bett.
Jetzt müsste er die Waffe aus seiner Jacke nehmen und tun, was man von
ihm verlangte.
Miquel sah auf das Bett und musterte den Typen. Er hatte leicht
graumeliertes Haar und schlief, ohne irgendwas mitzubekommen. Der Blonde
kannte ihn nicht, aber sicherlich hatte er auch eine Familie oder eine
Beziehung? Dieser Familie würde ihn vermissen und um ihn weinen? Aber er
kannte sie nicht, sollte ihn das deswegen nicht egal sein? Miquel
wusste einfach nicht, was er tun sollte, also wanderte sein Blick zurück
zur Waffe. Er hatte vorher noch nie geschossen, was wenn er daneben
schoss? Was wenn er schoss und traf aber nicht rechtzeitig wieder aus
dem Haus kam? Was wenn die Polizei gerade mit einer Streife vorbei fuhr
und Miquel gleich einkassierte?
Sein Blick wanderte zum Fenster und er sah den schwarzen BMW draußen
stehen und den Brünetten, der daran lehnte und sich eine Zigarre
ansteckte. Der Italiener sah hoch und ihre Blicke trafen sich. Da wurde
es Miquel klar. Egal was er tat, er hatte verloren! Würde er nicht
abdrücken, dann würde dieses Monster da draußen alles vernichten, was er
liebte nur um ihn dann leidend und allein zurück zulassen. Und da er
das nicht wollte musste er also schießen! Aber das hieß für ihn ein
schlechtes Gewissen auf Lebenszeit und vielleicht sogar Gefängnis. Aber
seine Familie und Lan würden leben und auch, wenn sie von ihm enttäuscht
sein würden, irgendwann ihren Frieden wieder finden.
Miquel nahm die Waffe und löste die Sicherung. Langsam hob er sie an und
legte beide Hände darum. Er musste nur zielen und abdrücken. Der Blonde
holte einfach nur tief Luft, bevor er eben jene anhielt und für sich
selbst bis drei zählte. Dann drückte er ab.
Noch nie hatte er so einen lauten Schlag gehört und noch nie gesehen,
wie schnell sich Blut eigentlich verbreiten konnte. Er umschloss die
Waffe fester und rannte nach unten um wieder zu dem BMW zu kommen.
Miquel rannte schneller und als er endlich da war, wo der BMW gestanden
hatte, da sah er nur noch wie die Rücklichter um die nächste Ecke bogen.
„Was zu?“ Er war total irritiert, als er merkte, wie im Haus Licht
anging. Fester umschloss er die Waffe und rannte wie ein Verrückter die
Straße hinab. Verdammt er hatte das Geld nicht bekommen und dafür Blut
an seinen Händen! Man hatte ihn vollkommen verarscht!
Es war erst
in den Morgenstunden, als Miquel wieder nach Hause kam. Er war vor
lauter Panik in den Chicago River gesprungen war. Er musste sich einfach
irgendwie die Schuld von den Händen waschen und vor allem die Waffe
loswerden. Jetzt hatte er eine riesige Schramme an der Stirn und war
klatschnass, aber es war ihm egal. Langsam Schloss er die Tür zum
Treppenhaus seiner Wohnung auf, als er im Briefkasten einen braunen
Umschlag sah. Er ging hin und zog ihn aus dem Schlitz. Als er ihn
öffnete blieb ihn der Atem weg. Geld! Verdammt viel Geld. Alles auf 5000
Dollar gebündelt und wenn er das so überflog handelte es sich um die
ganze Summe. Er war doch bezahlt wurden? Der Blonde war für einen Moment
glücklich, doch irgendwie fühlte er sich auch schuldig. Er hatte einen
Menschen auf dem Gewissen. Einfach so jemand umgebracht für 200 Tausend
Dollar. Wie konnte er das nur bringen?
Der Blonde begab sich nach oben und seine zitternden Hände steckten den
Schlüssel in das Schloss. Mit wirklichen Problemen schloss er auf und
begab sich nach drinnen und sah sich um. Der Fernseher lief noch und
sicherlich war Lan beim auf ihn warten davor eingeschlafen. Stumm
bewegte er sich zum Bad und schälte sich aus den nassen Sachen und warf
gleich mal alles in die Maschine. Seufzend bewegte er sich weiter zum
Bett, auf den sein Freund schlief.
Als er nach der Fernbedienung griff, kam gerade eine Sondersendung im
Fernsehen. Man hätte einen wichtigen Politiker am letzten Abend
erschossen und das wäre nun das dritte Attentat auf einen Politiker in
den letzten 3 Wochen. Langsam dämmerte es Miquel, wo er da hinein
geraten war. Er stellte den Fernseher aus und legte sich zu Lan, den er
fest in seine Arme zog. Der Blonde wusste nicht wie lang er mit dieser
Schuld leben konnte, aber jetzt würde er erst einmal alles Schulden
begleichen und hoffen diesen brünetten Kerl nie wieder zu sehen.
Aber für den Moment zählte nur Lan in seinen Armen und somit das letzte
bissel Geborgenheit, was er im Moment hatte, am letzten sicheren Ort.
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