Ungeduldig lief die Junge Frau in ihrer Wohnung auf und ab. Es war schon weit nach Mitternacht und ihr Mitbewohner war noch immer nicht zurück. Er hatte es ihr versprochen gehabt, dass er ihr zumindest eine Nachricht schrieb, wenn er später kam, doch nichts war. Sie machte sich unglaubliche Sorgen, zumal er einem nicht ungefährlichen Job nach ging.
Seufzend setzte sie sich auf einen Stuhl in der Küche, von dem sie Blick auf die Eingangstür hatte und drückte den Talisman in ihrer Hand.
Es war eine an einer Kugel befestigte weiße Feder, die an einem einfachen Lederband hing. Nichts spektakuläres, aber für sie eines der wichtigsten Gegenstände, die sie besaß.
Noch genau erinnerte sie sich an den Tag, an dem sie es bekam:
“Gleich kommen Mama und Papa wieder!”, rief das kleine sechsjährige Mädchen aufgeregt und sprang vor dem Fenster wie verrückt auf und ab. “Gleich kommen sie!!!” Sie war so aufgeregt. Endlich waren ihre Eltern wieder da. Sie hatte sie schon so lang nicht mehr gesehen, weil die Beiden arbeiteten für ihr Unternehmen oft im Ausland und konnten das Kind selten mitnehmen, weswegen sie die meiste Zeit des Jahres bei ihren Großeltern verbrachte.
Sie sah wie das Auto die Straße hoch fuhr und rannte sofort nach draußen und ließ alle Türen offen stehen. “MAMA!!! PAPA!!!”, rief sie laut und wedelte wie verrückt mit den Armen auf und ab.
Das Auto parkte vor ihr und sie hatte die Qual der Wahl, wen sie als erstes begrüßte. Zugleich rannte sie herüber zu ihren Vater und umarmte hastig seine Beine. “PAPA!!!”, sprach sie begeistert und ließ sich auch nur zu gern hochnehmen.
“Hallo Elliot... du bist aber groß geworden, Prinzessin!”
“Ich wachse wie Unkraut sagt, Granny!”, sprach das Mädchen glücklich und umarmte ihren Vater. Das war alles viel zu schön!
“Ich habe dir was mitgebracht, Prinzessin!”
“Was denn? Ein Pony?”
Ihr Vater begann zu lachen und schüttelte amüsiert den Kopf. “Nein, das nicht... das hat nicht ins Flugzeug gepasst...”
“Ach manno!” Unglücklich schob sie ihre Unterlippe nach vorn und schmollte vor sich her. Das war aber gemein! “Was dann?”
“Ein Talisman!” Er setzte das Kind ab und beugte sich ins Auto um etwas zu suchen. Er richtete sich wieder auf, nur um vor seiner Tochter in die Knie zu gehen und ihr eine viel zu große Kette um den Hals zu hängen. “Das ist die Feder eines Dodu. Ich habe sie aus einem Museum in Europa, weißt du... und jedes Mal, wenn ich dich ganz doll vermisst habe, habe ich mir die Kette angesehen und mich auf den Moment gefreut, an dem ich sie dir geben kann!” Er nickte und lächelte ihr zu. “Sie wird dich immer beschützen und aufheitern!”
Begeistert sah Elliot auf die Kette. “Ich passe gut darauf auf!”
Der Schlüssel wurde in der Tür gedreht und Elliot schreckte aus ihren Gedanken hoch. Sofort stand sie auf und rannte zur Tür. Ihr Atem stockte für einen Moment, als sie ihren Mitbewohner sah. “Scheiße Kieran, wie siehst du denn aus?”, fragte sie den Schwarzhaarigen, dessen Auge blau unterlaufen war und auf dessen Schläfe sich ein riesiges Heftpflaster befand.
Doch dieser wank nur ab. “Ist meine eigene Schuld.. ich hab gezickt und widersprochen...”, sprach er ruhig und Elliot war kurz davor zu platzen.
“Dieser Milano schon wieder? Das kann doch nicht der ernst sein.. und nehm’ ihn nicht schon wieder in Schutz... immer nimmst du ihn in Schutz!”
“Ich bin müde, El...”, sprach er und bewegte sich zu seinen Zimmer.
Sie murrte und griff nach dem Arm ihres Mitbewohners. “Weich mir nicht schon wieder aus...” Sie versuchte ruhig zu bleiben, aber sie machte sich verdammt Sorgen um ihn. “Ich.. ich.. weiß ich kenn mich da nicht aus.. aber ich mag dich und will nicht, dass dir was passiert!”
“Wird es nicht... Er passt schon auf mich auf...”
“Ja.. das sehe ich...” Sie musterte die Platzwunde und das blaue Auge und bezweifelte wirklich, dass dieser Typ auf ihn aufpasste, so wie Kieran das immer beteuerte. Sie hob ihre Hand und griff nach der von Kieran. Dessen Handfläche öffnend legte sie ihn die Kette, die sie von ihrem Vater bekam herein. “Das ist ein Talisman... versprich mir, dass du den immer trägst... IMMER! Er.. wird auf dich aufpassen, wenn ich es nicht kann!”
“Ja.. das sehe ich...” Sie musterte die Platzwunde und das blaue Auge und bezweifelte wirklich, dass dieser Typ auf ihn aufpasste, so wie Kieran das immer beteuerte. Sie hob ihre Hand und griff nach der von Kieran. Dessen Handfläche öffnend legte sie ihn die Kette, die sie von ihrem Vater bekam herein. “Das ist ein Talisman... versprich mir, dass du den immer trägst... IMMER! Er.. wird auf dich aufpassen, wenn ich es nicht kann!”
Der Schwarzhaarige sah sich die Feder in seiner Hand an, musterte sie und nickte dann langsam, bevor er die deutlich Kleinere in seine Arme zog.
“Danke, Elliot!”
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