Montag, 1. Juli 2013

SÜ - Thema: Held

Mit einen leichten Klirren, den der Deckel des Keksglases auslöste, wurde der Behälter auf den Schrank gestellt. “Das war ‘s, Sammy! Keine Kekse mehr für dich!”, sprach der Vater und sah auf das kleine rothaarige Kind, das vor ihn stand und mit vorgeschobener Unterlippe auf das Glas schaute. “Is Gex!”, beteuerte er quengelnd und streckte die Arme nach dem Gefäß aus. Das konnte doch nicht sein.



“Nein, Sam! Keinen Keks! Du warst unartig! Und jetzt komm, Jack kommt gleich!”, sprach der ebenfalls Rothaarige Vater und nahm den Jungen auf. Er trug ihn zum Fenster, wo sie Stellung nahmen. Es dauerte nicht lang, als ein schwarzes Auto vorfuhr. “Schau, da kommt Jack!”, hauchte der Vater und der Kleine auf seinem Schoß begann wie ein verrückter auf und ab zu hüpfen. Er freute sich immer sehr auf seinen Cousin! Er war nur ein halbes halbes Jahr älter als er selbst und sie konnten immer so schön miteinander spielen.
Es klingelte und die Beiden erhoben sich vom Fenster und öffneten die Tür. Der kleine Sam sah auf seinen Cousin und quietschte los. “Dscheg!” Er freute sich ungemein darüber und strampelte solang mit den Beinen, bis sein Vater ihn abstellte. Schnell griff er nach Jacks Hand und zog den Jungen erstmal rein ins Haus.

“Ich hol ihn dann heut’ Abend wieder ab, danke, dass du aufpasst!”
“Geht klar, John!” Sams Vater verabschiedete sich von John und schloss die Tür und sah sich um. “Kinder?” Er hatte sie aus den Augen verloren, das konnte doch nicht sein. So lief er los und sah sich um, auch der Suche nach den Kleinen.


Sam hatte Jack in die Küche gebracht und deutete auf das Glas. “Is will Gex!”, sprach er und ging in die Knie und streckte sich wieder, um seiner Begierde Ausdruck zu verleihen. Er wollte es so sehr.
Jack sah auf seinen kleinen Cousin und überlegte. Er lief los und holte einen Stuhl. Was hieß er stellte sich dahinter und begann fest zu ziehen. Aber ziehen ging nicht. Beinah fing der Junge an zuweinen, bevor er sich drehte und begann den Stuhl zu schieben. Das klappte schon viel, viel besser. Er freute sich riesig und schob den Stuhl zu dem Schrank, was einen höllenlärm veranstaltete.

Neugierig beobachtete der kleine Rotschopf was Jack da eigentlich tat. Das war ja hoch interessant! Immer wieder nickte er und sah zu, wie der andere da tat. Es faszinierte ihn ungemein.
So beobachtete er, wie Jack auf den Stuhl kletterte. Zuerst legte er den Kopf auf den Stuhl, zusammen mit seinen Armen. Dann zog er sich mit den Ärmchen weiter auf den Stuhl, bis er einfach seinen ganzen Oberkörper drauf gezogen hatte. Seine Beinchen versuchte er über die Kante zu bekommen, bis nur noch eins nach unten hing. Mit emporgestreckten Po zog er auch noch das letzte Bein hoch und kniete auf den Stuhl.
Sam sah ihn von Moment zu Moment mit größeren Augen an. Das ganze faszinierte ihn ungemein.
Der kleine Jack stand auf und kam mit den Armen zumindest schon mal an die Arbeitsfläche. Er streckte seine Arme über die Lehne des Stuhles und drückte sich mit den ganzen Körper drüber. Er schnappte sich die Keksdose und rutschte ganz langsam wieder zurück auf den Stuhl. Dort stellte er die Dose auf die Sitzfläche und kletterte anschließend von der herunter. Dann holte er dort den Behälter und stellte ihn vor Sam auf den Boden.

Der kleine Rotschopf strahlte ihn mit weit geöffneten Augen an und quietschte freudig vor sich her, bevor er sich auf den Hintern plumsen ließ. “Dscheg sets dis!”, sprach er deutete auf den Boden und machte die Dose auf. Er strahlte die Kekse an und sah dann auf seinen Cousin. “Dscheg is mein Held!”, sprach er freudig und holte sich einen Keks heraus. Er war so glücklich über die Kekse.
Jack freute sich sehr darüber, dass sein Cousin so etwas sagte und wollte sich auch einen Keks nehmen, als Sam die Dose zu sich zog.
“Nein!!! Is trotdem meine gexe!” Er nickte eifrig und zog die ganze Dose geizig zu sich, während Jack anfing zu weinen.

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