Dienstag, 16. Juli 2013

A never ending Story - Kapitel 13

Happy Birthday, Bella


Miquel wachte am Morgen auf und fuhr sich durch die Haare und seufzte. Warum schrien seine Geschwister so unglaublich laut rum? Er gähnte und schlug die Decke zurück. Wehe es gab keinen vernünftigen Grund für diesen Lärm. Es war Samstag und er wollte schlafen! Er hatte die letzte Nacht lange gearbeitet in seinem Job in im Diner, den er seit ein paar Tagen hatte und wollte schlafen.

"ICH WILL ABER NICHT OHNE IHN FEIERN!!!", schrie Isabella Enrique an und stampfte mit den Fuß auf den Boden. Enrique sträubte sich einzuwilligen, dass Lan in die Wohnung kam. Ihre Eltern waren nicht da und er hatte das sagen. Er war erbarmungslos. „ABER MADRE HAT IHN GERN!!“
„Ist mir egal, ich habe nein gesagt und nein heißt nein!“
„ABER ES IST MEIN GEBURTSTAG!“
„Ist mir egal, ich habe nein gesagt und nein heißt nein!“, wiederholte er sich ruhig und ging gar nicht auf das Gezeter seiner Schwester ein.
„ARRRGH!“, rief sie und trat wieder auf den Boden. Sie sah Miquel und rannte auf ihn zu. „Ich muss mit dir re- AH!“ Die Brünette schrie auf, als Enrique sie über seine Schulter warf und in ihr Zimmer schleifte. „ICH MUSS MIT IHM REDEN!“

Miquel beobachtete das irritiert und schüttelte nur den Kopf. Er wollte gar nicht wissen worum es ging, auch wenn er sich dennoch fragte, warum Enrique Isabella immer wieder von ihn wegbrachte. Sicherlich ging es um Lan und das wollte er gar nicht wissen.
Laut gähnend begab er sich in die Küche und machte sich einen Guten-Morgen-Kakao, bevor er zurück in sein Zimmer schlürfte. Der Blonde würde einfach wieder ins Diner gehen und noch eine Schicht dran hängen. Die Arbeit lenkte ihn sehr von seinem herrschenden Gefühlschaos ab – zudem hatte es den netten Nebeneffekt, dass er Geld verdiente.
So zog sich der Spanier an und verließ die Wohnung in der seine Geschwister weiter herum schrien. Er fragte sich eh warum Enrique sich so aufspielte. Seine Eltern würden heute Abend wieder da sein zu Isabellas Party und dann war es eh egal was er sagte, denn immerhin bestimmten dann seine Eltern.


„Ich hasse Enrique!“, sprach Isabella ins Telefon und funkelte ihren Bruder an, der neben ihr saß und aufpasste wie ein Luchs, dass sie ja nicht Miquel anrief und ihn irgendwas erzählte! „Er will nicht das du kommst... dabei hat Madre dich voll mit eingeplant!“
Lan seufzte und fuhr sich durch die Haare. Wenn er dran dachte, dass Miquel auch da sein würde, da wollte er gar nicht hin. Er wusste einfach nicht, wie er ihn gegenüber treten sollte. „Dann bleibe ich eben einfach zu Hause!“
„Aber es ist mein Geburtstag!“ Isabella schnaufte ins Telefon und funkelte Enrique weiter an. „Ich will das du kommst! Du musst da sein! Es ist mein Geburtstag! Bitte! Komm vorbei!!“
„Ich will Enrique nicht sauer machen...“ Lan seufzte erneut. Er tat es schon seit Tagen. Er konnte nicht aufhören an Miquel zu denken. Je mehr er an ihn dachte umso schlechter fühlte er sich. „Wie.. geht es.. ihm?“, fragte er irgendwann leise nach und unterbrach Isabella mit ihrem gebettel.
„Miquel?“ Ihr entging nicht, wie Enrique plötzlich aufhorchte, obwohl er so getan hatte als hätte er sie die ganze Zeit ignoriert. „Ich weiß es nicht.. ich sehe ihn nicht oft... höchstens beim Frühstück.. sonst ist er immer nur im Diner... Manchmal frage ich mich ob er da jetzt wohnt...“
Lan nickte leicht, bevor er bemerkte, dass er am Telefon war und deswegen nur ein leises: „Ich verstehe...“, nuschelte. „Du..kannst ja noch einmal anrufen.. ob ich dann kommen soll oder nicht...“ Lan legte auf und fuhr sich durch die Haare. Er wollte Miquel sehen, doch er war sich sicher, dass er sich nicht traute ihn anzusehen, wenn er vor ihm stand.


Als der Blonde nach Hause kam hörte er schon Musik, als er sich auch nur der Wohnungstür näherte. Die Party schien auf jeden Fall stattzufinden und wahrscheinlich hatte Isabella ihren Willen bekommen.
Seine Vermutung wurde bestätigt, als er seinen Bruder sah, der schaute als wäre ihm das Schlechteste der Welt widerfahren. Seine Familie war ein Ansammlung von Irren, aber er liebte sie dennoch. „Yo, Rique!“, sprach er zu seinen Bruder und legte ihn die Hand auf die Schulter. „Gibt's was zu essen?“, fragte er nach und vermied es aber sich die Gäste anzusehen. Er hatte die Befürchtung, dass Lan da war und er wollte ihn nun wirklich nicht begegnen.
„Sí... in der Küche hat Madre 'n kleines Buffet hergerichtet!“
„Wunderbar!“ Der Mittlere Marquez hatte einen Bärenhunger. Er hatte seit dem Guten-Morgen-Kakao nichts mehr zu sich genommen und es war eindeutig an der Zeit, zumal er sonst eher aß wie ein Scheunendrescher.
Aber jetzt wollte Miquel erst einmal duschen. Er kämpfte sich an Gästen vorbei in sein Zimmer und holte sich Sachen aus dem Schrank. Zwar war es irgendwie unklug auf einer Party das Bad zum duschen zu besetzen, aber er hatte einen langen Tag hinter sich und er wohnte hier, also war es ihm scheiß egal!
So machte er sich auf den Weg zum Bad und bereute es gerade tierisch die Tür geöffnet zu haben. Sein Blick traf genau auf den von Lan, der sich gerade die Hände wusch und dabei erstarrt zu sein schien. Miquels Inneres stand schlagartig Kopf. Er erinnerte sich daran, wie es sich angefühlt hatte den Jüngeren zu küssen und ihn in seinen Armen zu halten, aber genau an dessen Worte, als sie wieder in der Stadt waren. „Brauchst du lang?“ Miquel brauchte viel Selbstbeherrschung, das seine Stimme nicht zitterte. „Ich würde gern duschen!“

Lan starrte Miquel einfach an. Er hatte zwar gedacht, dass er in nicht ansehen könnte, aber das Gegenteil war eingetreten. Lan konnte einfach nicht wegsehen! Er starrte den Blonden an und spürte wie seine Beine weich wurden, es wurde nur noch schlimmer, als der andere ihn ansprach. Diese Stimme. Das Herz des Jüngeren schlug schlagartig schneller, er ertrug das nicht. Miquels Gegenwart verschaffte ihn die schönsten und schrecklichsten Gefühle zur selben Zeit. Er senkte seinen Blick und stürmte an den Blonden vorbei aus dem Bad, ohne auch nur einen Ton zu sagen. In seinem Hals saß ein riesiger Kloß. Noch nie in seinem Leben hatte er sich so hin und her gerissen gefühlt. Lan ließ zu Isabella und zog sie aus ihrem Platz in der Mitte des Raumes heraus. Ja, er wusste, dass es ihr Geburtstag war und dass sie es liebte, wenn sich alles nur um sie drehte, aber er musste mit ihre reden! Unbedingt!

Miquel sah dem Rothaarigen nach und schüttelte den Kopf. Er hatte nicht gedacht, dass er sich so feige ihn gegenüber verhalten würde. Erst trampelte er auf seinen Gefühlen rum und jetzt konnte er nicht einmal zu dem stehen was er getan hatte. Es war wirklich besser, wenn er ihn aus seinen Kopf bekam. Der Blonde schloss die Badetür ab und entkleidete sich. Die Dusche würde nicht nur seinem Körper, sondern auch seinen sich langsam überhitzenden Gedanken eine sichtliche Abkühlung verschaffen.


„Warum hast du es ihn nicht gesagt?“
„Ich hab einfach den Mund nicht auf bekommen...“ Lan raufte sich die Haare und sah auf Isabella. Ihn war zum heulen zu mute. „Ich hab ihn gesehen und ich war glücklich und traurig zugleich... es ging einfach nicht.. und.. und er hat einfach normal mit mir geredet.. das hat mir voll den Rest gegeben...“
Isabella schlug mit voller Wucht auf Lans Arm, so dass dieser sogar ein 'Aua' von sich gab. „Also wenn ich ein was über meinen Bruder weiß, dass ist es, dass es ihm sicherlich verdammt schwer gefallen ist...“ Sie überlegte und schnappte Lan an der Hand. Wie ein paar Geheimagenten schleuste sie ihn in Miquels Zimmer und ließ ihn dort los.
„Soll ich ihm jetzt auflauern, oder was?“ Der Rotschopf fühlte sich unwohl. Total unwohl.
„No...“ Isabella zog Lans Nachttischschublade auf und kippte sie auf dem Bett aus.
„Bst du bescheuert? Das fällt doch auf!“ Lan wurde panisch. Er wollte nicht, dass es so aussah, als würde er in Miquels Sachen herum schnüffeln, das ging ihn doch alles gar nichts an.
„Ich suche Miquels Notizbuch!“ Isabella warf die Sachen einfach wieder in das Fach und schob es zurück in den Nachttisch. Irgendwo musste es doch sein. Sie krabbelte unter das Bett und hielt inne. „Mios Dios... der hat sogar noch seinen alten Teddy hier liegen...“ Sie warf ihn Lan vor die Füße und suchte weiter nach den Buch.
Lan fühlte sich immer unwohler, dennoch ging er in die Knie um den Teddy aufzuheben. Er sah ziemlich geschunden aus und hatte wohl schon länger keine Waschmaschine mehr gesehen, aber er war irgendwie niedlich. Er hatte sogar blaue Augen. Der Rothaarige dachte gar nicht darüber nach und schob sich den Teddybär am Rücken unter das Shirt, welches er in seine Hose schob. Er wollte ihn behalten. Der Bär war der von Miquel und er erinnerte ihn an jenen. Es konnte doch gar nicht so schwer sein, diesen dann hier aus dem Haus zu bringen.
„Ich hab 's!“ Isabella wank Lan zu sich und deutete mit den Fingern auf die Notizen. „Er hat die letzten Tage nicht viele gemacht.. aber schau.. da steht immer wieder Lan... er hat es zwar versucht wegzustreichen.. aber es steht überall..“ Die Spanierin hielt ihn das Buch unter die Nase und deutete mit den Finger drauf.
Unsicher nahm Lan es und warf einen Blick zur Tür. Er befürchtete einen Moment, dass Miquel herein kam, doch die Türklinke bewegte sich nicht, so wagte er einen Blick. Sie hatte recht. Hier stand überall sein Name. Schlagartig fühlte sich Lan noch schlechter. Er wollte weinen. „Warum.. war ich.. so ein.. Arsch...“, flüsterte er und biss sich fest auf die Unterlippe.
„Sag es ihm... los!“ Sie nahm ihn das Notizbuch weg und zog ihn auf die Beine. „Ich lenke Enrique ab.. und du gehst zu Miquel!“
„Und wenn ich kein Wort herausbekomme?“
„Küss ihn!“
„Was? Bist du bescheuert??“
„Ein Kuss sagt mehr als Worte! Er wird dich schon nicht umbringen!“
Lan sah sie an und seufzte schwer. „Miquel vielleicht nicht.. aber Enrique wird...“


Unruhig stand Lan in der Küchentür und starrte Miquel an. Dieser packte sich gerade alles mögliche an Essen auf einen Teller und hatte ihn noch nicht bemerkt.
An Lans Rücken drückte der Teddy und er fühlte sich wie ein kleine Dieb. Sicherlich war das Erste, was er zu Miquel sagen würde, dass er dessen Teddy geklaut hatte. Dann würde Miquel ihn fragen ob er total bescheuert war und Lan würde abhauen.
Der Rotschopf schüttelte den Kopf. Nein, er würde sich jetzt zusammenreißen und Miquel ansprechen! Tief durchatmend sammelte er seinen Mut. Er würde Miquel jetzt ansprechen! Ja, das würde er!

„MIQUEL!!“
Lan wurde zur Seite geschubst und er sah nur noch, wie Camilo an ihn vorbei sauste und sich dem Blonden an den Hals warf. Ungläubig starrte er die Situation an. Jetzt konnte er unmöglich was sagen. Mit gesenktem Blick verzog er sich letztlich aus der Küche und setzte sich auf die Couch. Es hatte ihn nicht zu stören, dass Camilo sich so an Miquel klammerte, aber es machte ihn unglaublich wütend. Er hatte sich so schlecht gefühlt, dass er den Marquez verletzt hatte, aber dieser schien sich einfach mit dem Nächstbesten zu trösten. Es machte ihn so wütend.
Isabella setzte sich zu ihrem besten Freund und legte ihn die Hand auf den Oberschenkel, doch er wollte nicht mit ihre reden. Er wollte einfach nichts mehr sagen!

„Ca.. Camilo?“ Irritiert sah er auf seinen Cousin und hätte beinah das Essen von seinem Teller fallen lassen. „Was machst du hier?“ Er verstand das nicht. Letztens war er noch so abweisend von ihm gewesen und nun kam er angerannt und fiel ihn um den Hals?
„Ich.. hab es mir anders überlegt.. immerhin sind wir doch beste Freunde und .. und so etwas kann immer mal passieren! Außerdem brauche ich dich doch!! Und einer muss doch auf dich aufpassen!!“ Er drückte den anderen unglaublich fest an sich heran. Das Miquel irritiert war, war ihm egal.

Zufrieden sah Enrique auf Lan, der auf der Couch sah und beobachtete Miquel, der sich mit Camilo unterhaltend in dessen Zimmer verzog. Er strich über das Handy in seiner Hand und schob es zurück in die Hosentasche. Vielleicht war es nicht der netteste Zug gewesen, doch er wusste wie wenig Camilo Lan leiden konnte und anders wusste er einfach nicht, wie er den Rotschopf von Miquel fern halten sollte. Er hatte einfach keine andere Wahl gehabt als Camilo mit in sein Boot zu ziehen. Zumindest war er sich bei seinem Cousin sicher, dass er Miquel gegenüber nicht erwähnte, wie es um Lans Gefühle stand.


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